| Ulrich
Ritzel: Der Hund des Propheten München: Btb, 2006. Taschenbuch, 445 Seiten – |
| Angelockt von einem schachspielenden Kommissar, vom Deutschen Krimipreis (2001, 1. Platz: Ulrich Ritzel: Schwemmholz) für einen Vorgängerkrimi desselben Kommissars Berndorf und seiner damaligen Assistentin Tamara Wegenast und vom verdächtigten Zigeuner besorgte ich mir den Hund des Propheten und wurde nicht enttäuscht. |
| Ex-Kommissar Berndorf ermittelt gleichzeitig mit seiner
ehemaligen
Assistentin Tamara Wegenast und dem Sonderkommissar, dessen Namen mir
schon wieder entfallen ist. Der Reporter Hollerbach wurde –
bevor
sein Haus in Flammen aufging – ermordet. Ritzel spinnt ein kunstvolles Geflecht. Einiges ist aus der Krimi-Literatur bekannt (den Kreuzworträtsel lösenden Pförtner gab es z.B. schon öfters), einiges hat der Autor gut ausgedacht. Der Choral "Näher, mein Gott, zu Dir" löst eine glaubhafte Affäre aus. Als ich darüber las, wußte ich noch nicht, dass es (angeblich) der Todeschoral auf der untergehenden Titanic war ( Auch die Verbindungen im schwäbischen, evangelischen Klerus bezieht Ritzel gut in seine Geschichte ein. Tatsächlich wird ein Sinti des Feuerlegens und Mordes verdächtigt. Berndorf (muss es in deutschen Krimis eigentlich immer ein gerade pensionierter Kommissar sein? Vielleicht ein unzutreffender Vorwurf, da Berndorf schon in zwei Vorgängerkrimis ganz offiziell ermittelte) ist den professionellen Ermittlern immer voraus. Sehr gut gefielen mir die komplexen Beziehungen innerhalb der Polizei, dem Klerus und auf der Schwäbischen Alb. Dort und in Ulm spielt der Krimi. Dazu baut Ritzel als Leitmotiv die großartige Brecht-Ballade über Laotse leitmotivisch ein ( |
| Manches ging daneben. Berndorf
trifft als Fremder den
Sinti Paco in
einer Jagdhütte und dieser fragt ihn, ob er rauchen darf!? |
| Berndorf spielt nicht nur Schach, er trainiert auch und spielt Partien nach. So die berühmte Partie Paul Keres – Michail Botwinnik, WM-Turnier in Den Haag 1948 (S. 118). |
| Der
Hund des Propheten ist ein guter Krimi-Wurf. Die Charaktere
sind ausreichend und gut heruasgearbeitet; die Beziehungen der Personen
untereinander sind sowohl im sozialen, beruflichen als auch in Bezug
auf die Krimihandlung überzeugend gezogen. Bei 445 Seiten kann
man allenfalls ein gewisse Überfrachtung bemängeln.
Ansonsten: sehr lesenswert für jeden, der solide
Krimi-Handlung auf dem Lande mag. |
| Links |
| Rezensionen |
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| Bertolt
Brecht: "Legende von
der Entstehung des Buches Tao
Te King auf dem Weg des Laotse in die Emigration" – |
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| Ulrich
Ritzel: Die schwarzen Ränder der Glut. Der Hund des
Propheten. München: Btb, 2006.
Taschenbuch, 864 Seiten |
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