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Peter Leuschner: Der Mordfall Hinterkaifeck: Spuren eines mysteriösen Verbrechens
Hofstetten: apus, 1997. 367 Seiten – leuschner Linksleuschner Literatur
Nach dem sensationellen Erfolg von Tannöd (leuschner Links) kam es zu einem Plagiatsvorwurf durch den Autor Peter Leuschner (leuschner Links). Ich war skeptisch: wie kann ein – vermeintlicher – Sachbuchautor einer Krimiautorin ... Ich las und merkte: Der Mordfall Hinterkaifeck: Spuren eines mysteriösen Verbrechens ist eine Mischung aus Sachbuch und Fiktion (facts + fiction = faction). Andrea Schenkel hat in ihrem Tannöd zwar vieles verändert (so Zeit und Ort) aber wichtige Konstellationen und Umstände beibehalten. 
In Hinterkaifeck kann man wohl alles Wissenswerte über den Sechsfachmord in Hinterkaifeck 1922 und die langjährige, erfolglose Verfolgung des Verbrechens nachlesen.
Der erste und langjährige Kommissar Reingruber erinnert an Das Versprechen (leuschner Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen). Über die Jahre verfolgt er zahlreiche Spuren und hat doch keinen entscheidenden Erfolg. Diese zahlreichen polizeilichen Untersuchungen schildert Leuschner lebendig und ausführlich. Es entstehen Lebensbilder aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg von Leuten auf dem Lande. Da erfuhr ich weit mehr, als ich von einem gräßlichen Sechsfach-Mord erwartet hätte. Auch über die Arbeitsweise der Polizei und anderer Behörden.
Andrerseits ermüden die Episoden, da man immer schon weiß: auch diese Spur, diese Vernehmung, dieser Polizeieinsatz wird zu nichts Handgreiflichen führen.
Eine der vielversprechendsten Geschichten führt am Kriegsende 1945 nach Böhmen. Der erste Ehemann der ermordeten Viktoria Gabriel soll nicht – wie amtlich festgestellt – an der Westfront im Ersten Weltkrieg gefallen sein, sondern die Morde verübt haben (Motiv die in Hinterkaifeck praktizierte Blutschande) und unter falschem Namen in russische Armee geraten sein. In Böhmen, nahe meiner Geburtstadt Neuhaus (S. 220), soll er Schrobenhausener Gefangene großzügig behandelt haben. Doch auch diese Geschichte war gelogen.
Und "Aktenzeichen XY ... ungelöst" gab es noch nicht hinterkaifeck (leuschner Links).
Wer sich für die Ereignisse 1922 in Hinterkaifeck (die dem Krimi-Erfolg Tannöd zugrunde liegen) interessiert, wird hier ausführlich bedient werden. Ebenso kommt derjenige auf seine Kosten, der über das ländliche Leben der 20-er und 30-er Jahre des 20. Jhdts. lesen will. Dem Liebhaber des Krimis empfehle ich, von Anfang an zu lesen, bis die Spurenverfolgung ermüdend wirkt.
Zahlreiche instruktive S/W-Fotos!
Erstausgabe: Peter Leuschner: Hinterkaifeck. Deutschlands geheimnisvollster Mordfall. Pfaffenhofen: Ludwig, 1978. 143 Seiten
Zum Thema Hinterkaifeck gibt es ausser der Krimi-Verarbeitung in Tannöd auch ein Kriminalstück von Reinfried Keilich: "Hinterkaifeck". Erstaufführung 18. 4. 1991, München.
KeilichVerlag der Autoren (in der Liste zu Keilich gehen) – KeilichKeilich, Reinfried: Hinterkaifeck
Links
apusDer Mordfall Hinterkaifeck, Apus Verlag
leuschner Andrea Maria Schenkel: Tannöd. Kriminalroman
leuschner Weitere Links
leuschner Kriminalfälle literarisch verarbeitet
Aktenzeichen XY ... ungelöst (hätte vielleicht geholfen): apusZDFapusEduard Zimmermann
leuschner Angegriffene Literatur
Literatur
"Beichtgeheimnis: Das Gewissen entscheidet". Der Spiegel 3, 14. Januar 1953. S. 9-12
"Morde von Hinterkaifeck im Museum Jexhof. Von Polizeischülern in Fürstenfeldbruch neu aufgerollt aber nicht geklärt". Altbayerische Heimatpost 38 (2008). S. 21
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hinterkaifeck leuschner Peter Leuschner: Der Mordfall Hinterkaifeck: Spuren eines mysteriösen Verbrechens. Hofstetten: apus, 1997. 367 Seiten hinterkaifeck
Peter Leuschner: Der Mordfall Hinterkaifeck - Spuren eines mysteriösen Verbrechens. Hofstetten: Apus, 1997. 367 Seiten apus
Schenkel schenkelAndrea Maria Schenkel: Tannöd. Kriminalroman. Hamburg: Edition Nautilus, 2006. 125 Seiten
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