Frank
Bresching: Das verlorene Leben. Psychothriller
Dortmund: Grafit, 2007.
Taschenbuch, 320 Seiten –
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Literatur
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| Der
Ich-Erzähler Daniel Medrich hat sich als kleiner
Junge mit dem Trio Diego, Rafael und Flora aus Sinti-Familien
angefreundet. In Flora ist er (und nicht nur er) leicht verknallt. Doch
sie wird am See in der Eifel tot aufgefunden. Diego ist bei ihr und
wird beschuldigt. |
| Zwanzig Jahre später – Rafael ist inzwischen Jurist –
geht er, zusammen mit den Verbliebenen den Vorgängen des Nachmittags
des tödlichen Unglücks nach. Rafael ist von Diegos Unschuld überzeugt
und deutet an, den Täter zu kennen. Der Psychothriller kann seinem
Namen Ehre machen und er tut es. |
| Ausser
dass Magdalena, die Ziehmutter Floras, die
Ortshure ist, enthält sich der Autor ähnlicher Klischees. Halt, doch
noch eins: Roma und Sinti werden ausgegrenzt. Aber das stimmt wohl. Die
Leute im Ort zeigen es vielfach. Frau Weikert bringt's gegenüber Daniel
auf den Punkt: Zigeuner stinken
ohne dass man den Geruch wahrnimmt (S. 20). |
| Frank Bresching versteht es einen ungewöhnlichen Plot
spannend darzustellen. Obwohl Daniel von seiner Therapeutin Olivia zum
Aufschreiben der Geschehnisse ermuntert wird, wird nie zuviel
preisgegeben; der Leser (zumindest ich) wird ein paar Mal überrascht. |
| Für
einen Erstling ist Das
verlorene Leben
erstaunlich gut gelungen. Da könnte mancher gelobte Krimi-Vielschreiber
etwas lernen. Doch auch Frank Bresching muss einiges verbessern. |
| Manches wirkt recht aufgesetzt, so Magdalenas Anklage
(S. 24) oder ihre bereitwillige Aufklärung Daniels (S. 51). Manches ist
ziemlich überflüssig (S. 106-11). Dass der Ich-Erzähler auch kleinste
Nebenfiguren mit vollem Namen benennt wirkt künstlich. |
Abgesehen
von zu breiter Textanlage und kleinen stilistischen Schwächen ist Das verlorene Leben
ein
empfehlenswerter Psychothriller. Der Autor will (zu)viel,
aber es gelingt ihm auch (fast). Vielleicht verbessert sich Bresching
zu einem deutschen Patrick
McGrath (siehe
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