| Lilo
Beil: Die schlafenden Hunde Saarbrücken: Conte, 2009. Broschiert, 188 Seiten – |
| Ein französisches Au-pair-Mädchen ist bei der Familie
des Kriminalkommissars Friedrich Gontard. Bei einem Kindergeburtstag
wird sie ermordet. Damit eröffnet ein weiterer Krimi zwischen Odenwald und Frankreich und mit dem sympathischen Gontard. Kriminalkommissare die irgendwelche abschreckenden Gewohnheiten haben oder abstossendes Aussehen oder sonstige Absonderlichkeiten haben die Krimileser (denke ich) eh satt. Hier taucht man in die 70-er des vorigen Jahrhunderts ein. Die Kriminalstory hinter der dörflichen Fassade ist nicht minder gut und erschreckend (wenn auch nicht so betont seriengrausam) wie in manch gelobten Skandinavienkrimis. |
| Habe
ich mich an Gontard und die Autorin gewöhnt? Jedenfalls ist das sein bester Fall und ihr bester Krimi (bislang). |
| Manchmal sind Details zu ausformuliert und sie werden
bewertet, so
wenn man auf Hamlet hingewiesen wird und dann noch liest, dass es der
besser konnte (S. 77). Hier und an anderen Stellen könnte man dem Leser
mehr Eigenarbeit zumuten. Ob der Reinfelder seine Situation und
Biografie einem Fremden gleich so eingehend beschreibt (S. 118, sieben
Zeilen), bezweifle ich. Der Leser muss es auf den Schlag nicht so genau
wissen. Diese Überbestimmung der Handlung führt dann zu Diskrepanzen wie beim Erbe für Franziska: Ihre Schwester Paula muss gespart haben wie verrückt erfahren wir (S. 134) und kurz darauf stammt das Vermögen aus einer mysteriösen Quelle (S. 139; S. 142). Heute kann das passieren: man spart und legt an, bei Lehmann und HRE, und wer dann noch was hat: das muss aus mysteriöser Quelle stammen; aber 1979? |
| Lokal- und Zeitkolorit, Spannung und ein gut ausgedachte Hintergrundgeschichte bei der Gontard die schlafenden Hunde wecken muss: alles passt gut zusammen, das ergibt einen lesenswerten Krimi. |
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