| Lilo
Beil: Die Kinder im Brunnen Saarbrücken: Conte, 2010. Taschenbuch, 195 Seiten – |
| Auf zwei Sitzungen ausgelesen spricht für ein Buch. Doch es gibt mehr Gutes über Die Kinder im Brunnen zu sagen. |
| Die
Autorin hat ein gutes Gespür für topaktuelle
Krimithemen und –trends. In Gottes
Mühlen nahm sie einiges vom Krimi-Bestseller Tannöd vorweg. Hier
setzt sie auf Mobbing und Gewalt in der Schule und lief damit den
Ereignissen in Deutschland voraus. Ihren bewährten Ermittler (siehe Gottes Mühlen, Das Licht unterm Scheffel und Die schlafenden Hunde unter Drei Tote genügen, sie werden wirkungsvoll verknüpft. Die Amateurermittlerin Rapp ist nicht immer auf der Höhe des Lesers – den Aufsatz Lisa Bredows nimmt sie lange nicht ernst; eine Aufnahme mit dem Handy (S. 53) lässt keinen Groschen fallen – doch das macht sie gerade glaubwürdig und sympathisch. Wie immer bei den Krimis der Autorin ist die Handlung gut verstrickt und gut gestrickt. |
| Manches gerät der Autorin zu bieder, durchsichtig, sozialromantisch, belehrend. Luzie Hager wird als das abgrundtiefe Böse eingeführt (S. 139ff). Was zunächst dick aufgetragen erscheint wird mit Verweis auf Roman Polanskis Film Rosemary's Baby (1968) und Doris Lessing: The Fifth Child (S. 182) gut motiviert. Auch sonst stellt die Autorin dicke Leuchttürme zur Orientierung auf (Die Welle, Schöne Neue Welt, usw.). |
| Neben spannender Unterhaltung regt Die Kinder im Brunnen an, darüber nachzudenken, was bei Erziehung, Kinder und Jugend in der Ellenbogengesellschaft alles im Brunnen liegt. Anstöße dazu gibt es in diesem Roman zuhauf. Sehr empfehlenswert |
| Links |
Lilo Beil:
Die Kinder im Brunnen, Conte Verlag |
Rosemary's
Baby |
| Vergleichsliteratur |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
|