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Lilo Beil: Die Mauern des Schweigens
Saarbrücken: Conte, 2012. Broschiert, 191 Seiten – Lilo LinksLilo Literatur
Inzwischen ist der Serienermittler Friedrich Gontard im Ruhestand. Aber sein aktiver Kollege Alfred Melzer bittet ihn um Mithilfe zu einem mysteriösen Mordopfer am Philosophenweg in Heidelberg. Da ich diesen bei einem meiner Aufenthalte in der weltbekannten Stadt am Neckar schon entlang joggte, war mein Interesse am Geschehen doppelt geweckt.
Zum Mord am Philosophenweg entdecken die Ermittler des Jahres 1993 schnell Bezüge zu Jahrzehnten davor. Der Mörder scheint lange zurückliegende, ungestrafte schlimme Taten zu rächen. Als Bekennerbriefe gelangen Kopien von Briefen der Liselotte von der Pfalz in die Hände der Polizei. Mit Hilfe der Briefe kann die Studentin Lilli, Gontards Tochter, Bezüge aufzeigen. Denn bald passiert ein weiterer Mord. Neben ehemaligen Schülern kommt auch das Umfeld von Lehrern, Betreuern und Geistlichen in dringenden Verdacht. Man ahnt es: es geht um den „Missbrauch“ von Kindern und damit um ein heikles und leider immer noch aktuelles Thema.
Geschickt kommt auch die berühmt-berüchtigte Odenwaldschule ins Geschehen, rückt aber nicht direkt in den Fokus, da 1993 noch vieles der Öffentlichkeit (und damit auch den rührigen Ermittlern) unbekannt war.
Die Balance zwischen nötiger Entrüstung und Abscheu, Schuld und Sühne, Rücksicht auf die Opfer und Leser (!) ist ausgezeichnet gewahrt. Die Handlung ist kompliziert genug um zu fesseln, aber immer glaubwürdig. Bis auf zwei Ausnahmen:
• die Buchausgaben von Liselotte-Briefe stehen in nahezu jedem Haushalt
• die Beziehungen zwischen den Personen in den teils geografisch und zeitlich weit auseinander liegenden Schauplätzen sind doch zu eng geknüpft. Viele Verdächtigen wohnen zusammen mit Tochter Lilli in einem schloßähnlichen Komplex, den die Gontards vermieten.
Manches schien mir zu routiniert erzählt.
• Zeuge Zinsmeister breitet Personalien und Biografie aus und wird erst dann von Kommissar Melzer gebeten Platz zu nehmen (S. 165).
Manches ist überbestimmt und kränkt damit den aufmerksamen Leser. Zwei Beispiele:
• „Sie sprach Odenwälder Dialekt, also wohl eine Einheimische“ (S. 86).
• „Ob Klara Kirsch überhaupt daheim war?“ wird dem Leser vorgelegt, dann klingelte Gontard dreimal (S. 108).
Die heikle Thematik wurde nachdenkenswert und gekonnt in ein kriminelles Geschehen umgesetzt. Solide Qualitätsarbeit mit einigen Überraschungen für Ermittler und Leser.
Links
BeilConte-Verlag
BeilBeil - Die Mauern des Schweigens, Conte Verlag
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