| Joseph
Roth: Die Erzählungen Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2008. Gebunden, 397 Seiten – |
| Übersicht "Die Legende vom heiligen Trinker" |
| "Die Legende vom heiligen Trinker" |
| Ein sympathischer Obdachloser – polnischer Gastarbeiter
in Frankreich – gerät in eine Kette
glücklicher Begebenheiten. Seine Chancen für die Einlösung seines
Versprechens bei der ersten Geldspende und sogar ein bürgerliches Leben
sind mannigfaltig, aber auch notwendig, damit die Geschichte vorwärts
drängt. Denn Andreas, der ins Gefängnis und dann auf die abschüssige
Bahn geriet, weil er den Gatten seiner Geliebten ermordete, ist
Trinker und kann selten der Versuchung widerstehen. Am Ende – wieder
kurz vor der Erfüllung seiner Ehrenpflicht – stirbt
Andreas im Beisein des Mädchens Therese in einer Sakristei. Roth
schließt seine Novelle mit: "Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen
so leichten und so schönen Tod!" (S. 348). "Die Legende vom heiligen Trinker" erschien posthum 1939 in Amsterdam. Autor und Trinker Roth starb am 27. Mai 1939 in einem Pariser Armenhospital. Der Stil ist der Legende angepasst durch Wiederholung beschreibender Referenzen und einen melancholischen Stil. Ganz deutlich zeigt diese späte Erzählung Roths Frankreichliebe und seine Neigung zum Katholizismus. Diese beiden Charakteristiken Roths sind – so die These – ein Versuch des unsteten Dichter doch noch eine Heimat zu finden (Steiner, S. 13). Den besonderen Reiz für mich als Leser erhält die Novelle durch den folgenden Effekt. Roth schildert zwar im legendenhaften Ton, doch bleibt alles wunderbar im realistischen Bereich. Man kann die einzelnen Begebenheiten als Wunder ansehen, wie es Andreas macht, oder als Werk der Vorsehung oder als Zufälle (S. 340; Beginn von Kapitel XIII; zum Zufall: Einwände:
|
| Hörspiel "Die Legende
vom heiligen Trinker" Regie: Marguerite Gateau – Bearbeitung: Helmut Peschina – Übersetzung: Cécile Wajsbrot DLR-Kultur / RF / SR, 2007 Die Dialoge dieser Hörspielfassung sind sowohl deutsch als auch französisch. Das ist kein Beinbruch für diejenigen, die nicht französisch sprechen. Ob es ein Gewinn ist bleibt fraglich. Die Bearbeitung der Rothschen Vorlage ist gelungen, allerdings sind die Geräusche irritierend. So wird zu Beginn rhythmisch ein Geräusch (spielt am Ufer der Seine) hinterlegt, das nur bei guter Vorstellungskraft zum Wellenschlag wird. In der Szene im Bistro hört man ständig dasselbe Besteckklappern. Man merkt, dass hier jemand alle x Sekunden Besteckteile aneinander schlägt. |
| Links |
Die
Legende vom heiligen Trinker:
Titel
Magazin –
Wikipedia |
| Literatur |
| "Die Legende vom heiligen Trinker". Kindlers Literaturlexikon S. 5574 |
| Pikulik, Lothar (1989): "Joseph Roths Traum von Wiedergeburt und Tod: über die Legende vom heiligen Trinker". Euphorion 83, S. 214-225. |
| Steiner, Carl (1973): "Frankreichbild und Katholizismus bei Joseph Roth". The German Quarterly 46:1, S. 12-21. |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
![]() |
|
Joseph
Roth: Der Leviathan: Erzählungen. Köln: Kiepenheuer
& Witsch, 2005. Taschenbuch, 165 Seiten
![]() Enthält: Der Leviathan – Triumph der Schönheit – Die Büste des Kaisers |
||