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Marie
Marie von Ebner-Eschenbach: Das Gemeindekind
Frankfurt: Insel, 1991. Joseph Peter Strelka, Nachwort. S. 9-238 – Marie LinksMarie Literatur
Das Gemeindekind Pavel Holub macht trotz widriger Ausgangssituation seinen Weg.
Damit wäre der Roman (ungenügend) beschrieben. Pavels Schwester Milada scheint die besseren Karten zu haben: sie wird von der Gutsfrau im Schloß aufgenommen und in ein nahes Kloster gebracht. Pavel kommt zum Hirten Virgil, dem Ärmsten im Dorf. Unangenehme Verantwortung wird im Dorf gerne auf die Schwächsten abgeschoben. Doch spätestens wenn man Miladas Brief aus dem Kloster liest (S. 126), in dem sie ihre Geschwisterliebe dem Gehorsam und der Zucht opfert / opfern muß, zweifelt man ob der völligen Fremdbestimmtheit des Lebens hinter Klostermauern.
Die Autorin zeigt die Gemeinheiten und Gerüchte in einer kleinen Gemeinschaft und die Vorverurteilung derjenigen, die irgendwann schon aufgefallen sind. So werden Duckmäuser erzeugt. In einem Dorf, in dem man Lukrez: De reum natura verstecken muß, da es der Pfarrer nur mit Abscheu sieht (S. 136), kann ein edler Mensch wohl nicht Wohlgefallen leben.
Da Marie von Ebner-Eschenbach an das Gute im Menschen glaubt, gerät Pavel nicht endgültig auf die schiefe Bahn, wie beispielsweise Christian Wolf in Friedrich Schillers Der Verbrecher aus verlorener Ehre (Marie Rezension). Schon früh wendet sich damit die Autorin dagegen, dass Gene und Umgebung alles determinieren. Pavel wird zwar dadurch geprägt, es gelingt ihm aber mit Hilfe des Lehrer Habrechts zu einem rechtschaffenen Leben zu finden.
Marie von Ebner-Eschenbach kann das Dorfleben hervorragend schildern (psychologisch; stilistisch). Die Wirtshausrauferei über mehr als fünf Seiten (S. 172-77) ist nichts weniger als großartig.
Sehr empfehlenswerte Lektüre.
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Links
MarieDas Gemeindekind online im Projekt Gutenberg
Marie Marie von Ebner-Eschenbach
Marie Zitate
Literatur
Egyptien, Jürgen (2010): „Pavel Holubs Weg aus der Sprachlosigkeit. Zur Entwicklung von Sprachkompetenz in Marie von Ebner-Eschenbachs Roman Das Gemeindekind”. brücken Germanistisches Jahrbuch TSCHECHIEN SLOWAKEI 18, S. 73-83.
Kindlers Literaturlexikon S. 3834-3835
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gemeindekind MarieMarie von Ebner-Eschenbach: Das Gemeindekind. Ditzingen: Reclam, 1985. Broschiert Gemeindekind
Marie von Ebner-Eschenbach: Dorf- und Schloßgeschichten. Frankfurt: Insel, 1991. Joseph Peter Strelka, Nachwort. 389 Seiten Marie
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 16.9.2005