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Viktor E. Frankl: Der Wille zum Sinn. Ausgewählte Vorträge über Logotherapie
Mit einem Beitrag von Elisabeth S. Lukas. München: Piper, 1991 1987. 335 Seiten. 4. Auflage
und andere Werke von Viktor E. Franklfrankl Linksfrankl Literatur

Viktor Frankl war ein unermüdlicher Vortragsreisender, ein Missionar in Sachen Logotherapie. Die hier zusammengefasst besprochenen drei Bücher sind Sammlungen von Aufsätzen und Vorträgen und drehen sich mehr oder weniger alle um Frankls Logotherapie; Themenabweichungen, je nach Anlaß inbegriffen.
  • Der Wille zum Sinn. Ausgewählte Vorträge über Logotherapie
  • Die Sinnfrage in der Psychotherapie
  • Das Leiden am sinnlosen Leben. Psychotherapie für heute
Die Grundthese ist: der Mensch ist ein Wesen auf der Suche nach einem Sinn. Die Psychotherapie sieht es als eine ihrer Aufgaben an, den Menschen dabei zu unterstützen. Dieser Beistand ist die zentrale Aufgabe der Logotherapie.
Trotzdem Frankls Grundeinstellung theistisch ist, lässt er diese Entscheidung offen. Sinn kann man selbstverständlich auch ohne Religion finden (sogar bevorzugt, da der Sinn so – ganz im Sinne Frankls – nicht gegeben wird, sondern selbstbestimmt gefunden werden muß):
„Die Logotherapie muß sich ... diesseits des Offenbarungsglaubens bewegen und die Sinnfrage diesseits der Aufgabelung einerseits in die theistische und andrerseits in die atheistische Weltanschuung beantworten.“ Der Wille zum Sinn, S. 117
Aus allen drei Taschenbüchern kann man sehr wertvolle Erkenntnisse bezüglich Sinn des Lebens entnehmen. Sie ersparen jede Menge Glücks- oder Sinnratgeber, deren Inhalt meist nicht viel wert ist, beispielsweise das sehr erfolgreiche (leider!) frankl Francois Lelord: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück.
Ein Aufsatz von Frankl, aufmerksam gelesen, hätte viel mehr gebracht.
Manche Aufsätze verlangen spezielles Vorwissen und Neigung zur Psychotherapie.
Warum die Sinnfrage heute so drängend ist, erklärt Frankl in verschiedenen Vorträgen mit ganz ähnlichen Worten; recht prägnant hier:
„Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Instinkt, was er muß, und im Gegensatz zum Menschen in früheren Zeiten sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll – und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er eigentlich will. So kommt es denn, daß er entweder nur will, was die anderen tun – und da haben wir denKonformismus –, oder aber er tut nur, was die anderen wollen, von ihm wollen – und da haben wir den Totalitarismus.“ Das Leiden am sinnlosen Leben, S. 24
Wie man es nicht machen soll beschreibt Frankl so:
„Je mehr er [der Mensch, H.H.] nach Glück jagt, um so mehr verjagt er es auch schon. Um dies zu verstehen, brauchen wir nur das Vorurteil zu überwinden, daß der Mensch im Grund darauf aus sei, glücklich zu sein; was er in Wirklichkeit will, ist nämlich, einen Grund dazu zu haben. Und hat er einmal einen Grund dazu, dann stellt sich das Glücksgefühl von selbst ein. In dem Maße hingegen, in dem er das Glücksgefühl direkt anpeilt, verliert er den Grund, den er dazu haben mag, aus den Augen, und das Glücksgefühl selbst sackt in sich zusammen. Mit anderen Wort, Glück muß er-folgen und kann nicht er-zielt werden.“ Der Wille zum Sinn, S. 20
Man muß sich etwas einlesen, um Frankls Gedankengänge gut nachvollziehen zu können. Manchmal kommt es auf die genaue Wortbedeutung an, die sich Frankl in seinen zahlreichen Vorträgen zurecht gelegt hat, So, wenn er schreibt: „Sinn kann nicht gegeben, sondern muß gefunden werden.“ Der Wille zum Sinn, S. 27 Damit meint er, dass Sinn nicht von aussen zufällt oder vorgegeben wird, sondern man muß seinen eigenen Sinn selbst finden (setzen) und zwar genau nach den nachfolgend beschriebenen möglichkeiten.
"Im Dienst an einer Sache oder in der Liebe zu einer Person erfüllt der Mensch sich selbst. Je mehr er aufgeht in seiner Aufgabe, je mehr er hingegeben ist an seinen Partner, um so mehr ist er Mensch, um so mehr wird er selbst. Sich selbst verwirklichen kann er also eigentlich nur in dem Maße, in dem er sich selbst vergißt, in dem er sich selbst übersieht."
Das Leiden am sinnlosen Leben
, S. 18 (Hervorhebung von mir)
Ausser seinem Hauptthema Logotherapie spricht Frankl andere Erkenntnisse aus und erklärt Begriffe, um die man selbst vielleicht jahrelang ringt: Toleranz; Person und Indivuduum; Kollektivhaftung und -schuld etc.
Man kann alle drei hier besprochenen Bücher bestens empfehlen. Will man nur eines kaufen oder lesen, greife man zuerst nach Das Leiden am sinnlosen Leben und lasse sich vom Untertitel "Psychotherapie heute" nicht abschrecken.
Links
frankl Viktor E. Frankl
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Literatur
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franklFranklViktor E. Frankl: Der Wille zum Sinn. Ausgewählte Vorträge über Logotherapie. München: Piper, 1997. Broschiert, 335 Seiten Frankl
Viktor E. Frankl: Die Sinnfrage in der Psychotherapie. München: Piper, 2002. Broschiert, 201 Seiten. 7. Aufl.Frankl
franklFranklViktor E. Frankl: Das Leiden am sinnlosen Leben. Psychotherapie für heute. Freiburg: Herder, 2003. Taschenbuch, 123 Seiten. 17. Aufl.
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