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Oskar Maria Graf: Sekundärliteratur von Georg Bollenbeck und Heinz Ludwig Arnold, Hg.
graf Oskar Maria Graf. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumentengraf Oskar Maria Graf. edition text + kritik
graf Linksgraf Literatur
Bollenbeck, Georg: Oskar Maria Graf. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek: Rowohlt, 1999. 159 Seiten
Rowohlst Bildmonografien sind meist zu empfehlen. Diese von Georg Bollenbeck, Professor für Germanistik und Kulturwissenschaften an der Universität Siegen, hat den Vorteil, dass sie nicht nur das Leben Oskar Maria Grafs und die Entstehungsgeschichte der Werke behandelt (was man erwartet), sondern auch Werkinhalte und -rezeption. Bollenbeck wagt es auch Wertungen abzugeben; das kam mir als potentiellem Leser sehr entgegen.
So entsteht ein rundum gelungenes Bild des grossen Erzählers, der leider zu oft verkannt wird; wobei Bollenbeck vermerkt, dass da Graf selbst nicht ganz schuldlos ist. Trotz Ehrgeizes ließ er sich zu oft auf den mittelmässigen Provinzschriftsteller festlegen.
Mich beeindruckte vor allem Grafs glänzende Haltung zu den Nazis und seine fabelhafte Weitsicht. Haltung zu den Nazis
Seine Aufruf zur Bücherverbrennung (graf 1933 – 1938 Bücherverbrennungen): "Verbrennt mich!" ist nur zu bekannt. Ich wußte nicht, dass Grafs Bücher an der LMU in einer Sonderaktion nachträglich verbrannt wurden (Bollenbeck, S. 97). In einer Garküche bei Kaffee und Kuchen mußte sich Graf einen Vortrag Adolf Hitlers anhören. Nach dem Essen forderte er Hitler auf zu bezahlen und als der sich lauthals weigerte, meinte Graf: "Ja, glauben Sie vielleicht, ich hör' mir Ihren Quatsch stundenlang kostenlos an?!" (Graf: Gelächter von außen. Aus meinem Leben 1918-1933. S. 122).
Weitsicht
"Die Geschichte lehrt uns, dass der Kapitalismus, sobald er sich bedroht sieht, die verwerflichsten Kriege anzettelte, um die Massen abzulenken" (Graf, zitiert nach Bollenbeck, S. 91).
Mir war der Text zuwenig tief gegliedert. Durch die Fotos und Kursivsetzung der Zitate kommt zwar etwas Abwechslung, aber Unterkapitelüberschriften und/oder Hervorhebungen wichtiger Stichpunkte und Ereignisse würden den Gebrauchswert erhöhen. Das sind kleine Einwände: Sehr empfehlenswert
Arnold, Heinz Ludwig, Hg.: Oskar Maria Graf. München: edition text + kritik, 1986. 224 Seiten
– wird ergänzt –
Inhaltsverzeichnis
Georg Bollenbeck: Die aufgestapelten Erinnerungen. Weltaneignung und epische Gestaltung bei Oskar Maria Graf
Günter Häntzschel: Oskar Maria Graf - ein 'Volksschriftsteller'?
Michael Rohrwasser: Oskar Maria Grafs Antiintellektualismus
Rainer Stollmann: Lachen als Protest. Unbeherrschtheit und Politik bei Oskar Maria Graf
Gerhard Bauer: Graf und das Vergnügen an garstigen Gegenständen
Boris Heczko: Der Spießbürger ganz nackt. Aspekte der Kleinbürger-Thematik bei Graf
Gerhard Mersmann: Die Welt liegt im Detail. Mikro- und Makrokosmisches im Werk Oskar Maria Grafs
Wolfgang Düver: Oskar Maria Graf und die "Erben des Untergangs"
Martin Hielscher: Das gibt vielleicht eine schöne Geschichte. Bemerkungen zu Oskar Maria Grafs Autobiographie "Wir sind Gefangene"
Erwin Kummer: Der Aufbruch zum neuen Menschen. Grafs frühe Gedichte
Helmut Pfanner: Oskar Maria Graf in Amerika
Sigrid Schneider: Die FBI-Akte über Oskar Maria Graf
Simone Barck: Von der 'Biographie des Dings' zur Biographie des Menschen. Vier Anmerkungen zum Verhältnis Oskar Maria Grafs und Sergej Tretjakows
Sigrid Schneider: Zur Rezeption Grafs im westlichen Nachkriegsdeutschland
Ulrich Kaufmann: Bemühungen um Graf. Zur Rezeption seines Werks in der DDR
Wolfgang Düver: Biographische Notiz zu Graf
Helmut Pfanner / Wolfgang Düver: Auswahlbibliographie
Notizen (zu den einzelnen Autoren)
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Links
grafGeorg Bollenbeck, Professor für Germanistik und Kulturwissenschaften an der Universität Siegen
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Arnold, Heinz Ludwig, Hg. Oskar Maria Graf. München: edition text + kritik, 1986. 224 Seiten graf
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