| Steffen Kopetzky: Einbruch und Wahn Berlin: Volk & Welt, 1998. 270 Seiten |
| Man sollte einen jungen Autor nicht
mit großen Könnern vergleichen oder ihn gar daran messen. Doch wie
sollte ich sonst jemand, der Kopetzky noch nicht gelesen hat, seinen
Stil erklären? Also: wie Franz K. ohne Skalpell, wie Thomas B., nicht
so ab/aus-fällig, nicht ganz so lange Sätze. Ich las, vom Satzbau fasziniert, wußte nicht was im Buch geschah, der Erzählfaden wollig ausgefranst, oft den Sinn nicht begreifend. Doch man ist dem Autor darüber nicht böse. Es geht weiter ohne daß man es merkt. Der Philosophiestudent Krampas aus München pendelt zwischen Isar und Spree. In Berlin wird ihm ein Stein in die Wohnung geworfen (in München gibt's ja sowas nicht - law and order) und Krampas bricht ein. Er driftet in einen Wahn, in dem selbst Friedhöfe noch verfallen und Leute über nichts zu schreiben beginnen. "Er erlebt nichts, aber er kann darüber reden und reden, bzw. schreiben und schreiben" (80). Ein erfrischend ungewöhnliches Leseerlebnis. Kopetzky hält seinen Schreibstil strikt durch und den Leser am Gerät. |
| Steffen Kopetzky * 1971 Pfaffenhofen; Kindheit und Jugend in München; lebt in Berlin. Nach dem Abitur arbeitete er als Schlafwagenschaffner und schreibt Romane, für die ZEIT, den Rundfunk, verschiedene Zeitungen, Zeitschriften; verfasst Theaterstücke und Opernlibretti. |
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Steffen
Kopetzky: Einbruch und Wahn. Berlin: Volk und Welt,
2002. Gebunden, 270 Seiten |