| Rudolf
Anderl: Korbinian Lang Ein Bauernroman aus Altbayern. München: Knorr & Hirth, 1943. 239 Seiten |
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| Korbinian Lang hat in einem
arbeitsreichen Leben ein ansehnliches Bauerngut dem Moor abgerungen. Sein
einziger Sohn Sepp kam im 1. Weltkrieg um, seine Frau hofft nach 20 Jahren
immer noch, daß er zurück kommt. Er holt seine Neffen Pauli Huber,
der als Kneckt im Niederbayrischen arbeitet, mit der Aussicht der
Hofübergabe an ihn ins Moor zwischen Rosenheim und den nahen
Bergen. Pauli arbeitet gut, hat aber einen schlechten Stand, da die Moosbäuerin in ihm den Eindringling sieht, der ihrem Sepp den Platz wegnimmt. Pauli ist außerdem wortkarg, jähzornig und eifersüchtig. Aus vielen Fäden ergibt sich die Katatstrophe. Anderl schnitzt etwas grob, doch seine Charaktere sind stimmig; der Autor kennt die altbayrischen Gemüter. In vielem sind sie zu schicksalergeben "Was wui ma macha?"), in anderem zu wenig nachgiebig, sagen wir's: sie sind stur. Die Dialoge, soweit ihn Bayern führen, schreibt Anderl in Bayrisch. Das gibt dem Roman eine dichte Authentizität. Manches ist nur im Dialekt angemessen ausdrückbar. Anderl verwendet Worte, die fast schon vergessen sind. Zwei Beispiele: "Fotzhobel" (S. 52): Mundharmonika; "harb" (S. 84): böse, beleidigt. Die Dialoge sind durchaus angepaßt kraftvoll.
Korbinian Lang scheint mir, vielleicht aufgrund der anderen, eher heiteren Werke des Autors, vielleicht aufgrund des Erscheinungsjahres, ein zu unrecht kraftvoller Bauernroman. Korbinian Lang erschien 1940. Immerhin gab es 1963 eine Neufassung unter dem Titel: Unkraut in Gottes Acker. Packender Bauernroman aus der Gegend südlich (südwestlich ?) von Rosenheim. |
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| Rudolf
Anderl * Juli 1904 München, Sohn des Direktor der Überlandwerke in Landshut ca. 1934 Journalist in Rosenheim 1940 Redakteur der Tageszeitung in Neustadt / Aisch Juni 1945 für ein Jahr Internierungslager Hammelburg (Anderl war Mitglied der NSDAP) 1948 Umzug von Neustadt / Aisch nach Trostberg |
| Redakteur der Tageszeitung und der
Wochenzeitschrift Altbayerische Heimatpost ( + 15.9.1971 Anderl schrieb zahlreiche Kurzgeschichten und Romane, einige davon wurden verfilmt. Quelle: Josef Steinbichler: "Rudolf Anderl und die »Altbayerische Heimatpost«", in: Das Mühlrad. Beiträge zur Geschichte des Inn- und Isengaus. Mühldorf 2004. S. 133-140 |
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