| Werner Schlierf: Mein steiler
Zahn in Himbeerrot. Münchner Roman der 50er Jahre Rosenheim: Rosenheim, 2002. 251 Seiten – |
| München hat viele Gesichter. In diesem
Münchner Roman mit Schwerpunkt 40-er und 50er Jahre
erzählt Autor Werner Schlierf von einer Kindheit und Jugend in
Giesing und Haidhausen und einer kurzen Künstlerkarriere in
Schwabing. Peter Weiß, ein typisches Münchner
Gwachs, erlebt mit seinen Freunden das Kriegsende, die Besatzungszeit
und das erste Wiederaufblühen der Stadt. Schlierf setzt zwar zwei Generation vorm Ersten Weltkrieg ein, doch das sind nur kurze Schlaglichter. Peters wilden Jahre kommen mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Beginn der amerikanischen Besetzung. Der Schwarzmarkt in der Möhlstrasse blüht (wird in |
| Schlierf
erzählt großartig und authentisch. Sein Stil ist dem
Jargon der Halbstarken jener Zeit gut angepasst (eine preussische
Wendung "Gehst du zu Bett, Mama?", S. 93, sei verziehen, der
unmotivierte Wechsel vom Präsens in den Imperfekt und
umgekehrt ebenso). Beim Lesen wird man sogar an die große Lena Christ erinnert ( Wer die Zeit selbst miterlebt hat (ich war ein paar Jahre jünger, kann aber vieles bestätigen), weiß was Judenstricke sind und wie erstrebenswert der American-way-of-life gerade für Jugendliche war. Ob es die Schwabinger 7 damals schon gab (S. 205), weiß ich nicht. Heute ist sie in der Feilitzschstraße 9. Man muss aber genau hinsehen um den Eingang zu finden (siehe Wer eine andere Seite Münchens kennenlernen will, aus einer Zeit die nur scheinbar erst gestern war, ist mit Mein steiler Zahn in Himbeerrot bestens bedient. |
| Dieser Roman erschien 1983 unter Meine Name steht im Sand. Das passt zwar auch, doch der neue Titel trifft's besser. |
| Werner Schlierf |
| * 17. Mai 1936
München; aufgewachsen in Giesing auf und erlebte dort die
Kriegs- und Besatzungszeit. Seit seit 1980 freier Schriftsteller 1983 Bayerischer Romanpreis, 1986 Bayerischer Poetentaler 7. März 2007: Im Alter von 70 Jahren ist er in München gestorben. |
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