| Egon Günther: Bayerische
Enziane Hamburg: Edition Nautilus, 2005. Gebunden, 249 Seiten. Mit einem Nachwort von Thomas Meinecke |
| In Bayern hat die CSU starke Mehrheiten, die
Spezlwirtschaft ("A Hund issa scho") steht hoch im Kurs. Da kann man es
sich kaum vorstellen, dass es ausser Wilderern andere Personen gab, die
sich gegen die Obrigkeit auflehnten, die Zivilcourage zeigten:
RevolutionärInnen, Spartakisten, Bauhandwerkern, Landwirte.
Einige dieser "Enziane" pflückte Autor Egon Günther
für seine Leser. Ich meinte viel zur bayerischen Geschichte zu wissen. Mit Bayerische Enziane habe ich zwanglos viel dazu gelernt. So war mir der Zusammenhang zwischen dem Sieg über die Räterepublik und dem Aufkommen des Faschismus (S. 153) nicht bewusst. Andrerseits kannte ich die geistige Verwandtschaft zwischen Texas ( Neben den wehrhaften Kämpfern gegen soziale Ungerechtigkeiten spürt Egon Günther auch bekannten und unbekannten Literaten nach. An vorderer Stelle kommt Oskar Maria Graf zum Zuge ( Erschütternd die zahlreichen Berichte über Nazis, die noch in den letzten Kriegstagen bayerische Bürger ermordeten, beispielsweise in Penzberg. Dazu auch: Geschichtswerkstatt Kolbermoor e.V.: Jahrbuch zur Geschichte Kolbermoors. Band 2, Ob man dieses Buch zu den Bavarica legen sollte, wo oft überholte Tradition und verkitschte Stadttrachtler im "country look" überwiegen, bezweifle ich. Leider waren die eingefügten schwarz-weiß Fotos oft zu mickrig. Die Literaturhinweise im Text werden durch ein ausführliches Literaturverzeichnis, gegliedert nach Kapiteln, wertvoll ergänzt. Sehr zu empfehlen für Leser in und ausserhalb Bayerns, die eine andere Seite des Freistaats kennenlernen wollen. |
| Literatur aus Bayerische Enziane, die ich mir vorgemerkt habe | |
| Hermann Broch: Der Versucher | |
| Elisabeth Castonier | |
| Oskar Maria Graf: Der Abgrund; Gelächter von außen | |
| Robert Hültner: Walching | |
| Franz Jung: Der Weg nach unten | |
| Angelika Königseder, Juliane Wetzel: Lebensmut im Wartesaal. Die jüdischen DPs im Nachkriegsdeutschland | |
| Ludwig Lugmeier: Wo der Hund begraben ist | |
| Friedrich Reck-Malleczewen | |
| B. Traven: Die weiße Rose | |
| Ernst Weiss: Der Augenzeuge | |
| Links |
| Literatur |
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| Zur Ergänzung und zum Vergleich: Norbert Göttler: Roter
Frühling. Roman der Räterepublik. Sankt Michaelsbund
2004. 311 Seiten | ||