| Albert Sigl: Sonnham Viechtach: Lichtung, 2005. Broschiert 159 Seiten |
| Nach dem Eingangstext "Wie war es
früher" verfällt der Niederbayer Sigl in den Dialekt. "Schauts hea,
iatz habts es so guad und hats no ned zfriedn" erinnert an den Fanderl
Wastl (1915-1991, Volkslied- und Brauchtumpfleger): "Fria hot ma ja nix ghabt.
Garnix hot ma ghabt und trotzdem gspuit". Doch ich kannte den Autor Albert Sigl
schon von "die gute haut" ( |
| In vielen kurzen Episoden und Überlegungen schildert Sigl Szenen aus dem Bayern der letzten 60 Jahre. Naturgemäss gefielen sie mir unterschiedlich, doch keine war mässig (oder gar schlechter). Eine Geschichte "1945", die mit: "Wohin jetzt mit dem Papagei, der Heil Hitler sagen kann?" beginnt, muß gut sein. Die Besten waren für mich "Aufschnitt" (S. 100-104) und "Wolfseck" (S. 119-122). Sigl muß nicht viel erläutern. Mit zwei Zeilen skizziert er die Nachkriegszeit: "In Deutschland wurde es jetzt endlich wieder gemütlich. Wer Fragen stellte, der war ein Kommunist" (S. 108). |
| Manchmal blitzt der Schelm durch.
Dieser geniale Dialog bringt mich immer wieder zum Schmunzeln: Nach einem Ehestreit droht die Frau: I laaf no auf und davo. Brauchst ned, i fohr de in Bahnhof auße, was sogatn do d Leid. (S. 28) Da scheint die lachende Sonne auf Sonnham. Ich empfehle dieses Buch jedem Altbayern und allen, die etwas über die Bayern erfahren wollen. |
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