| Andrea
Maria Schenkel: Tannöd.
Kriminalroman Hamburg: Edition Nautilus, 2006. 125 Seiten – |
| Andrea
Maria Schenkel verfolgt in ihrem Debütroman ein für
das Kriminalgenre ungewöhnliches Konzept. Sie lässt
abwechselnd die Beteiligten zu Wort kommen. Das Geschehen wird
stückweise und aus verschiedenen Perspektiven
enthüllt. Die Dorfgemeinschaft entpuppt sich als nicht ganz so
idyllisch, wie man es vielleicht auf dem Lande annimmt. Stilistisch ist die Autorin auf Sprechhöhe mit den Personen des Dramas. Allerdings rutschen ihr einige Fehler hinein; Beispiel: "Noch am Boden liegend, lässt der Mörder nicht von seinen Opfern ab, wütet, rast" (S. 119). Grammatikalisch liegt da der Mörder am Boden. Die Umstände, der Ablauf und der Hintergrund des Geschehens sind glaubhaft und stimmig gezeichnet. An einer Stelle notierte ich die Tage der engeren Handlung und glaubte, das mit dem Vieh auf dem Mordhof etwas nicht stimmen könnte. Zu früh: auch das klärt die Autorin auf. Schade, dass die Dienstmagd Marie keine grössere Rolle spielte. Ich fand sie recht vielversprechend eingeführt. Durch die Konzentration und Steigerung zum Ende fehlt vorher an wenigen Stellen der richtige Zug. Die Lösung ist bieder, für mich völlig zufriedenstellend. Manchmal hatte ich Angst es käme irgendein weit hergeholter Clou. Doch diese Klippe vermied die Autorin. Dem Roman liegt ein ungeklärter Mordfall an einer Bauernfamilie zugrunde. Die Autorin verlegte ihn vom 31. März / 1. April 1922 (Fund der Leichen am 4. April) in Hinterkaifeck bei Schrobenhausen ( |
| Insgesamt ist Tannöd ein packender Kriminalroman ohne Detektiv oder Kommissar, der auf abgefahrene Sperenzien verzichtet und dadurch extravagant wirkt. |
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Die
gute Aufnahme des Krimis (4. Rang, KrimiWelt-Bestenliste Februar 2006
und 1. Rang, März 2006; siehe |
| Der
Deutsche
Krimi Preis 2007 geht an: National: 1. Platz: Andrea Maria Schenkel: Tannöd. Edition Nautilus, siehe |
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| Autorin
Andrea
Maria Schenkel © Edition Nautilus; mit freundlicher Genehmigung |
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| Hörspiel
Tannöd Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer; Komposition: Martina Eisenreich; mit Michael Vogtmann, Christa Berndl, Udo Wachtveitl, Brigitte Hobmeier, Ilse Neubauer u.v.a. NDR 2007 70’33 |
| Links |
| Plagiatsvorwurf,
April 2007: |
| Literatur |
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| Peter
Leuschner: Hinterkaifeck.
Deutschlands geheimnisvollster Mordfall. Pfaffenhofen:
Ludwig, 1978. 143 Seiten. Neuauflage: Der Mordfall Hinterkaifeck - Spuren eines mysteriösen Verbrechens. Hofstetten: Apus, 1997. 360 Seiten Statt evtl. antiquarisch bei Amazon auch direkt beim Verlag |
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| Direkt beim Verlag | ||
| Peter
Leuschner: Der Mordfall
Hinterkaifeck - Spuren eines mysteriösen Verbrechens.
Hofstetten: Apus, 1997. 360 Seiten |
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