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Michael Gerwien: Alpentod
Meßkirch: Gmeiner, 2014. Broschiert, 307 Seiten – Michael LinksMichael Literatur
Im Dammkar sterben zwei junge Talente des Mittenwalder Skiclubs durch eine Lawine. Max Raintaler, Ex-Kommissar, ermittelt, da er und sein Freund Josef Stirner hautnah dabei sind und selbst knapp am Tod vorbeischrammen. Einige Indizien sprechen gegen eine natürlich ausgelöste Lawine.
Es bleibt nicht bei diesen Fällen, der Autor spinnt die Geschichte mit allerlei kriminellen, touristischen und privaten Zutaten munter weiter.
  • Handlung und Stil werden am besten mit flott und turbulent gekennzeichnet. Deshalb las ich die dreihundert Seiten in zwei Sitzungen. Michael Gerwien versteht das schriftstellerische Handwerk: viele Kapitel enden mit einem Cliffhanger. Zu oft stellen sie sich jedoch als harmlos heraus.
  • Der zweite grosse Pluspunkt von Alpentod ist die grossenteils authentische Charakterisierung von Personen und Landschaft. Man merkt (ich habe selbst etliche Jugendjahre in Mittenwald verbracht) dass Michael Gerwien selbst dort aufgewachsen ist. Das vermisst man bei vielen auf der Regionalkrimi-Welle mitreitenden Autoren.
  • Die Personen scheinen manchmal etwas überzeichnet und zu klischeehaftig. Eine Bedienung, die sofort zwei Obstler ausgibt (S. 254) und dann sich selbst (S. 259) ist reines Wunschdenken.
  • Die Auflösung des Mordes an Sylvie Maurer schien mir zu beliebig.
  • Ein weiterer Schwachpunkt dieses Krimis sind die unnötigen Längen.
    So schwärmt Alex der Grieche in MIttenwald (es gab in den 50-er und 60-ern des vorigen Jahrhunderts tatsächlich einen ortsbekannten Griechen – damals noch eher selten –, der in Mittenwald eine Bar betrieb) seitenlang von seiner Heimat Kreta (S. 87-90). Leider kein Einzelfall. Zahlreiche Binnengeschichten, wie vom Dolomitenurlaub (S. 138), über einen Schnürsenkel (! S. 235) tragen nichts zur Handlung und wenig zur Charakterisierung der Personen bei. Das gesamte Kapitel 22 (Frühstück in einer Mittenwalder Wohnung, S. 234-238) ist überflüssig. Man versäumt nichts, wenn man es überspringt.
    Der Autor oder Verlag wollten wohl unbedingt die 300-Seiten-Marke überschreiten.
Für eine kurzweilige schnelle Lektüre kann man Alpentod durchaus empfehlen.
Gerade noch 4 von 5 Sternen.
Vergleichsliteratur
Michael Bernd Grashoff: Das dunkle Geheimnis in der Brauerei. Ein bayerischer Kriminalroman
Michael Andreas Föhr: Der Prinzessinnenmörder: Kriminalroman
Michael Michael Gerwien: Wer mordet schon am Chiemsee? 12 kurze Krimis und 225 Freizeittipps
Michael Katja Hirschel: Der Semmelkönig. Ein Krimi aus Bayern
Michael Jörg Maurer: Föhnlage. Alpen-Krimi
Michael Volker Streiter: Fressen ihn die Raben. Alpen-Krimi

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Alpentod GerwienMichael Gerwien: Alpentod. Meßkirch: Gmeiner, 2014. Broschiert, 307 Seiten
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