| Friedrich Dürrenmatt: Der
Richter und sein Henker. Ein Kriminalroman In: Gesammelte Werke. Band 4. Romane. Zürich: Diogenes, 1996. S. 111-117 |
| Friedrich
Dürrenmatt schrieb Der Richter und sein Henker 1950.
Im selben Jahr erschien das Werk in Fortsetzungen im Feuilleton Der
Schweizer Beobachter 24.Jhg. Nr.23 bis 25.Jhg. Nr. 6
(31.3.1951). Es wurde vermutet, Dürrenmatt habe Der
Richter und sein Henker speziell für die Zeitung
und von Heft zu Heft geschireben. Die Konstruktion des Krimis spricht
sowohl für (manchmal etwas unwahrscheinliche
ad-hoc-Entscheidungen) als auch gegen (die wohldurchdachten
Spielebenen) diese These. Die erste Buchausgabe: Zürich:
Benziger, 1952. Diese geschichtlichen Daten sind aus zwei Gründen bemerkenswert: Dürrenmatt schrieb diesen Kriminalroman als Gelegenheitswerk. Trotzdem übertrat er ein Dogma des Kriminalromans: der Detektiv darf nicht der Täter sein. Heute ist im Krimi alles erlaubt, auch, daß der Polizist der Schurke ist, 1950 war Dürrenmatt einer der Ersten (der Erste?). Eigentlich sind in Der Richter und sein Henker zwei Kriminalhandlungen verwoben. Kommisär Bärlauch hattte vor vielen Jahren in Istanbul Gastmann getroffen, der vor seinen Augen einen Menschen ermordete und sich brüstete, er könne ohne gefasst zu werden, morden. Dies ist ein bekanntes Motiv: das perfekte Verbrechen. Seitdem versuchte Bärlauch die Gangsterkarriere Gastmanns zu stoppen. Da Gastmann auf der höchsten politischen und wirtschaftlichen Ebene seine Taten vollbringt, ist er nicht zu überführen. Bärlapp ist inzwischen gealtert und hat wegen eines Krebsleiden nur noch wenige Monate zu leben. Da fasst er einen teuflichen Plan, bei dem ein Polizist zum Mörder wird (zweite Kriminalebene). Der Clou des Romans ist, daß Bärlapp zwar Gastmann zur Strecke bringt, aber eigentlich nur, indem ein Polizist ermordet wird, ein anderer zum Mörder wird. Ähnlich wie in Das Versprechen ( An der Wette, geboren mehr aus einer Lauen heraus, wird die Verfügbarkeit beliebiger Leben demonstriert. Das zeigt den existentialistischen Einfluss auf den Autor im Jahre 1950. Der Richter und sein Henker wurde ins |
| Verfilmungen
1957 Der Richter und sein Henker. Erstsendung am 9. Juli 1957, ARD. Buch: Hans Gottschalk und Franz Peter Wirth, Regie: Franz Peter Wirth; Karl-Georg Saebisch in der Rolle des Kriminalkommissars Bärlach. 1975 Der Richter und sein Henker (OF: Assassinio sul ponte), BRD/I ; Regie Maximilian Schell Darsteller: Martin Ritt (Kommissar Bärlach), Helmut Qualtinger; Buch: Maximilian Schell; Musik Ennio Morricone |
| Links |
| Literatur |
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| Friedrich Dürrenmatt: Der
Richter und sein Henker. SZ-Bibliothek Band 42.
München: Süddeutsche Zeitung, 2005. Gebunden | ||
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| Rupert Hirschenauer, Albrecht Weber, Walter
Seifert: Der Richter und sein Henker von Friedrich
Dürrenmatt. Oldenbourg Interpretationen, Bd.8.
München: Oldenbourg, 1996. Broschiert | ||
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