| Peter
Stamm: Ungefähre Landschaft Zürich: Arche, 2001. Gebunden, 186 Seiten – |
| Die 28-jährige Kathrine ist Zöllnerin ganz im Norden Norwegens. Die kalte Gegend ist eintönig, Kathrine läuft Ski zum Leuchtturm und zurück. Die Verbindung zur Welt sind Schiffe und E-Mails. Das nächste Dorf ist auf der Strasse 80 km, direkt 40 km entfernt. Auch mit der zweiten Ehe (aus der ersten hat Kathrine einen Sohn) hat Kathrine eine Niete gezogen. Freilich hat sie auch wenig Selbstvertrauen und verödet sich selbst: Literatur, Musik oder Internet bedeuten ihr nichts. Ihre Beziehungen sind nicht nur in den beiden Ehen oberflächlich; selbst zu ihrem Sohn Randy scheint sie nicht den richtigen Draht zu haben. Aus dieser ungefähren Landschaft bricht Kathrine nach Mitteleuropa aus und findet dort "verwischte Landschaften" (S. 170). Sie kehrt zurück und weiß, dass man am angestammten Platz ebenso gut leben kann. Sie berücksichtigt nunmehr ihre eigenen Interessen, heiratet ihren Freund Morten und zieht nach Südnorwegen. Sie haben eine gemeinsame Tochter und die Zeit läuft weiter: es wurde dunkel und wieder hell. |
| Peter
Stamm fängt die triste Stimmung in Norwegen einprägsam ein. Mich
erinnerte es an Klaus Böldl: Studie in Kristallbildung
( |
| Dem Roman
stellt Peter Stamm eine Gedichtzeile Paul
Celans voran: "Du sei wie du, immer" (S. 7). Mit
ihr und einem Gedicht von Harald
Grill ( Der These bezüglich des regionalen Umfeld entspricht die Aufforderung Celans für die persönliche Sphäre. Kathrine gelingt es dem Lügengeflecht ihres zweiten Ehemanns Thomas (der seinen Rückhalt in seiner bigotten Familie hat) zu entfliehen. Erst als sie ihr eigenes Leben führt ist Kathrines Suche nach Licht erfolgreich. |
| Ungefähre Landschaft ist ein starker Roman, der zum Nachdenken anregt. |
| Peter Stamm: Ungefähre
Landschaft wurde ins Buch der 1000 Bücher
aufgenommen; siehe |
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| Peter
Stamm: Ungefähre Landschaft. Zürich: Arche, 2001.
Gebunden, 186 Seiten |
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