| Hansjörg
Schneider: Das Paar im Kahn. Hunkelers dritter Fall Zürich: Diogenes, 2011. Broschiert, 220 Seiten – |
| Hansjörg Schneider hat 1993 den ersten Band der Serie
um den Basler Kommissär Peter Hunkeler herausgebracht. Daran ist
zunächst
wenig Bemerkenswertes: unter einer Serie tut's heute kein Krimiautor
mehr. Zudem spielt die regionale Umgebung allerorten eine markante
Rolle. Es erhöht schon mal den Absatz in der betroffenen Region. Im November 2010 kam der achte Band heraus. Beachtlich. |
| Das Paar im Kahn ist Hunkelers dritter Fall. Der Topos: "Kriminaler kurz vorm Ruhestand, der noch unbedingt einen Fall lösen will, auch gegen seine Vorgesetzten, die den Fall für abgeschlossen betrachten" ist so ausgelatscht, dass ich mich darüber nicht mehr aufrege. Hunkeler ermittelt also auf eigene Faust. Der Topos hat für den Autor etliche Vorteile: viele Absätze thematisieren die Querelen mit den Vorgesetzten und den Kollegen. Der Kriminaler kann außerdem mehr unternehmen als voll im Dienst. Beides kostet Hansjörg Schneider hier nicht so aus, trotzdem liefert er einen gediegenen, einigermassen spannenden Krimi ab. |
| Hunkeler wird zur arg zugerichteten Leiche einer türkischen Ehefrau gerufen. Der Mann wird abgeführt ... Viele halten ihn für schuldig, nicht so Hunkeler. Er ermittelt auf eigene Faust. Das zieht sich leider, doch es werden soviele skurrile Gestalten eingeführt, dass für eine gewisse Spannung gesorgt ist. |
| Geschickt sind aktuelle Themen eingewoben: aggressiv bettelnde Kinder, Schweizer Abneigung gegenüber Fremden, Drogenszene und die Mafia. |
| Hunkeler pflegt konservative Ansichten, wenn er auch durchaus Verständnis zeigt und ergebnisoffen agiert: Frauen gehören in die Küche (S. 48); eine Tracht Prügel zieht er ins Kalkül, verwirft sie aber (S. 50), wenn man eine Frau braucht, ist sie nicht da (S. 182). Dazu schreit er oft und scheint jähzornig zu sein. Insgesamt ergibt sich aber ein stimmiger Charakter und selbst den klischeehaften vorgesetzten Staatsanwalt Suter nimmt man dem Autor ab. |
Drei
Schlager wählt Hunkeler im Musikautomaten (S. 56)
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| Fünf der Hunkeler-Krimis wurden mit Mathias Gnädinger in der Titelrolle vom Schweizer Fernsehen verfilmt, darunter auch Das Paar im Kahn. |
| »Elsässer Maigret« nennt ein Ermittler seinen Kollegen Peter Hunkeler (S. 141). Zum Teil trifft dies durchaus zu: Atmosphäre, hartnäckige Verfolgung und ungewöhnliche Methoden ergeben eine moderne, Baseler Ausgabe des legendären Pariser Kommissars. Nach der ersten Spannungsdelle wirkt man als Leser an einem soliden, personenreichen und farbigen Kriminalfall mit mehreren Toten (kein Serienkiller) mit. Wer aufpasst liest von zwei Käuzen, die hintereinander rufen, und gleich drauf folgen zwei Tote. |
| Links |
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