| Erich Kästner: Drei Männer im
Schnee In: Werke. Junggesellen auf Reisen. Romane II. München: Hanser, 1998. S. 7-180 |
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Zwei Berliner Teilnehmer
eines Preisausschreiben gewinnen einen mehrtägigen Winteraufenthalt in
einem Grandhotel in Bruckbeuren (fiktiver Ort). Die Gewinner haben
unterschiedlichen sozialen Stand: Der Millionär Tobler will im Hotel als
einfacher Mann logieren, der arbeitslose Dr. Fritz Hagedorn will ein paar Tage
ohne Geld überbrücken. Doch zum gewollten Toblerschen Wandel kommen
weitere Verwechslungen. Erich Kästner zündet ein Feuerwerk an
Situationskomik und Wortwitz, ebenbürtig einem Oscar Wilde in The Importance of Being
Earnest (
Im Roman verläßt sich Kästner nicht nur auf die burlesken Szenen, die sich aus den Verwechslungen ergeben. Er gestaltet viele Nebenfiguren unverwechselbar aus: der Portier Polter, der Hoteldirektor "Karl der Kühne", der alles "tierisch" findet und selbst Mutter Hagedorn, die ihren Sohn brieflich vor den Frauen im Hotel warnt (S. 111). Mich erstaunte, dass Kästner sein Tempo und seinen Witz bis zur letzten Zeile durchhalten kann. Zweimal baut Kästner Verwirrung ein, die dem Roman eine neue Richtung geben, gegen die ich als Leser mich zunächst wehrte, die aber mit dazu beitragen, das Werk über einen Plumpen Klamauk hinauszuheben: Telefonanruf der Tochter und Verkennung des wirklichen Millionärs. Der nicht naheliegende Titel Drei Männer im Schnee (das Schneemann bauen scheint nebensächlich zu sein) verweist mit der Vergänglichkeit des Schneemanns Kasimir auf die Vergänglichkeit des Reichtums oder überhaupt jeglicher Beurteilung, der nicht der Charakter der Person zugrunde liegt. Für ein paar amüsante Stunden ist Drei Männer im Schnee bestens geeignet. Ähnlich witzige Romane, die ich in letzter Zeit las (wenn auch ganz andere Sujets): |
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| Verfilmung | |
| Bereits 1932 lieferte
Kästner ein Drehbuch gleichen Titels an Metro-Goldwyn-Mayer. Der Film lief
schon 1933 in den USA, Frankreich, Tschechoslowakei und Schweden an (Quelle:
Kommentar zum Roman, S. 445) 1936 Schweden, Regie: Tancred Ibsen 1938 USA, Regie: Edward Buzzell 1955 Österreich, Regie: Kurt Hoffmann, mit Paul Dahlke, Günther Lüders, Claus Biederstaedt, Nicole Heesters |
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| Literatur |
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| Erich Kästner: Drei
Männer im Schnee oder Das lebenslängliche Kind. Hamburg: Atrium,
2004. Gebunden
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| Erich Kästner: Drei
Männer im Schnee. Universal Music 1998. 5 Audio-CDs. Sprecher:
Hans-Jürgen Schatz
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