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Kästner
Erich Kästner: Die verschwundene Miniatur
In: Werke. Junggesellen auf Reisen. Romane II. München: Hanser, 1998. S. 181-350
Kästner AutorKästner FilmKästner Literatur
In wenigen Tagen las ich Kästners drei heitere Romane aus ernster Zeit:
1934: Drei Männer im Schnee, Kästner Rezension
1935: Die verschwundene Miniatur
1938 Georg und die Zwischenfälle (1949 als: Der kleine Grenzverkehr), Kästner Rezension
Sie veranlassen darüber nachzudenken, wie sich Autoren, hier: Erich Kästner, unter den Nazis verhalten konnten (siehe: Helmuth Kiesel: "Heitere Romane in dunkler Zeit". In: Werke. Junggesellen auf Reisen. Romane II. München, 1998. S. 433-442; "Heitere Romane in ernster Zeit", Kästner Autor). Mich verwunderte dreierlei
  • Kästner hält in allen drei Romanen die Komik über die gesamte Strecke durch (nur Der kleine Grenzverkehr kam mir eine Spur zu bieder daher)
  • die Romane sind filmisch angelegt; man sieht die Leinwand mit den deutschen Alt-Stars vor sich
  • auch die Nebenfiguren sind gut charakterisiert.
Speziell in Die verschwundene Miniatur erkennt man, dass Kästner einige Muster von Erfolgsromanen nach ihm schon vorweg nahm. Hier besonders die klamaukhafte Verfolgungsjagd (die Hunderte von Filmen bis zum Gähnen auswalzten) und die vielerei Gruppen, die dasselbe Ziel verfolgen und sich gegenseitig austricksen. Es geht um eine wertvolle Miniatur von Holbein dem Jüngeren (Kästner Holbein), die öfters den Besitzer wechselt. Auch dies ein topmodernes Sujet der historischen Romane um die Jahrtausendwende.
Nach einem harmlosen Einstieg mit den beiden Hauptpersonen: Fleischermeister Külz (Sülze klingt an) und Irene, kommen sofort die Verfolger ins Bild. Schon beginnt die witzige Schelmengeschichte, die der Autor mit der Einfalt des gutgläubigen Külz anreichert. Irene hat als Sekretärin eines Kunstliebhabers in Kopenhagen die Miniatur Holbeins ersteigert und versucht sie nach Berlin zu bringen. Finstere Gesellen versuchen ihr diese abzujagen. Doch Irene verbindet sich mit Külz (ausgerechnet!) und ist schlauer. Ist sie es wirklich? Als dritte Kraft tritt ein junger, charmanter Mann auf und dann mischt noch die Polizei mit. Noch ein letztes Lob an Kästner: entgegen vielen Nachfolgeromane, die durch Wirrwarr Komplexität vortäuschen, kann der Leser hier sowohl die einzelnen Verfolgergruppen als auch Kopie und Original der Miniatur zumindest rückblickend genau verfolgen. Und: die jeweiligen Verfolgungen sind genügend motiviert.
Es lohnt sich, dieses turbulente Wechselspiel zu verfolgen.
Holbein der Jüngere
Hans Holbein der Jüngere, Maler und Zeichner, 1497 Augsburg – 29.11. 1543 London;
Sohn von Holbein dem Älteren. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Renaissance.
Verfilmung
1954 BRD, Regie: Carl-Heinz Schroth , mit Paola Loew, Ralph Lothar, Paul Westermeier, Lina Carstens
Literatur
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miniatur   KästnerErich Kästner: Die verschwundene Miniatur oder auch Die Abenteuer eines empfindsamen Fleischermeisters. München: Dtv, 1988 miniatur
Erich Kästner: Die verschwundene Miniatur. Universal, 2002. 5 Audio-CDs. Sprecher: Gerd Wameling Kästner
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 9.7.2005