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Johansen
Hanna Johansen: Lena
München: DTV, 2004. Broschiert, 153 Seiten – Johansen AutorinJohansen LinksJohansen Literatur
Lena, die Ich-Erzählerin, erinnert sich. Eigentlich redet sie mit sich selbst, während sie auf Phia wartet. Diese ist ihre leibliche Tochter und weiß es nicht. (Damit habe ich wenig verraten, da es der Leser gleich auf der ersten Seite erfährt.) Heute will sie ihr alles beichten. Doch vorher lässt sie ihr Leben – nein, nicht Revue passieren – wie in einem gestickten Bild Pixel für Pixel auftauchen.
Das macht sie dem Leser schwer. Zuerst rätselte ich, wer Willi und Willem sei. Lena kommt "vom Hundersten ins Tausendste" (S. 83). In zwei Sätzen spricht sie locker über drei Personen zu drei verschiedenen Zeitpunkten des 20. Jahrhunderts: "Aber erst später, als Phia bei mir war, ... ein Spruch von Lizzy, und die hatte ihn von Tante Phie übernommen" (S. 111). Sie stellt vieles aus ihrem Leben in Frage. Doch nun will sie alle Lügen auftischen und fragt sich, ob Phia verstehen wird (S. 80). Fürwahr, Lenas Leben und die ihrer Verwandten sind verwickelt. Glücklich oder nur gut Verheiratete gibt es in diesem Roman nicht. Lena traf in ihrem Leben oft schwere Entscheidungen, blieb sich selbst und den anderen treu, ausser ihrem Ehemann Willi lena.
Johansen webt einen dichten Text, man muss als Leser dran bleiben, da jeder Nebensatz das Bild weiter auspunktiert. Oft ist das eindringlich, manchmal aber banal. Die 79-jährige Lena ist etwas geschwätzig, muß es wohl sein, damit der Leser alles erfährt. Stilistisch trifft die Autorin den inneren Monolog Lenas hervorragend.
Aus einer Kritik entnehme ich, dass Hanna Johansen schon im früheren Roman Universalgeschichte der Monogamie (1997) von Sophia und der Grosstante Lena erzählte.
Wenn man sich auf die Gedankensprünge einlässt und unverzagt weiterliest entsteht eine deutsche Familiengeschichte im 20. Jahrhundert. Lesenswert
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Hanna Johansen (Hanna Margarete Meyer, verheiratete Muschg)
* 17. Juni 1939 Bremen; verheiratet mit Adolf Muschg
Studium der Germanistik, Altphilologie und Pädagogik in Marburg und Göttingen;
1967-1969 in Ithaca, New York, USA
1969 Zürich
seit 1972 in Kilchberg bei Zürich
seit 1974 Autorin
1993 Ingeborg-Bachmann-Preis
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Johansen JohansenHanna Johansen: Lena. München: DTV, 2004. Broschiert, 153 Seiten Johansen
Hanna Johansen: Lena. München: Hanser, 2002. Gebunden, 153 Seiten Johansen
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.2.2006