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Jakob Hein: Herr Jensen steigt aus
München: Piper, 2006. Gebunden, 133 Seiten – hein Linkshein Literatur
Herr Jensen arbeitet nach abgebrochenem Studium bei der Post als Austräger. Er ist eigentlich recht zufrieden mit seiner Tätigkeit. Jensen (seinen Vornamen erfährt man nicht) ist immer damit zufrieden, "sich unbehelligt im Mittelfeld aufzuhalten" (S. 13). Ihm wird gekündigt um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. (Herr Jensen hatte es versäumt seine studentische Hilsposition in eine reguläre umzuwandeln lassen). Er ist kein Misanthrop aber durch Ausprobieren merkt er, dass nichts so ungeheuer wichtig ist. Er meint hinter die Sachverhalte zu blicken und erkennt die Sinnlosigkeit. Das erregt das Misstrauen der "Männer"(S. 129). Jensen kann sich noch einmal herausreden ("stelle ich eine Gefahr dar, wenn ich in meinem Sessel sitze und nichts tue?", S. 133) und greift zur letzten Maßnahme.
Jakob Hein erzählt den Verfall (oder Erkenntnisaufstieg) des Herrn Jensen gekonnt. Das Fernseher Hinauswerfen beispielsweise wird (nach innerem Protest von mir: warum? völlig unmotiviert) nachfolgend gut erläutert und untermauert. Er gibt Herrn Jensen viele Züge von Melvilles Bartleby: Jensen will nicht befördert werden. Er will nur weiterarbeiten. Herr Jensen trägt – wie Bartleby – die Konsequenzen seiner Verweigerung. Damit stehen die beiden im Gegensatz zu Genazinos Antihelden (siehe hein Vergleichsliteratur).
Das Unterhaltsame für den Leser ist, dass Jensens geradlinige Herangehensweise manche Einsicht bringt, weit weg von einfachen Parolen, doch auch gegen Verschwörungstheorien nicht gefeit.
Amüsant zu lesen und hintergründig!
Vergleichsliteratur
Aussteiger Aussteiger und Verweigerer in der Literatur: Helden des Rückzugs
Zum Vergleich zwei Werke, in denen der berufliche Hinauswurf für die Protagonisten zum großen Vorteil wurde: hein William Somerset Maugham: "The Verger" und hein Jerzy Kosinski: Being There.
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Links
heinJakob Hein: Ein Zonenkind steigt aus
Rezensionen
heinBücherwurmheinKulturradio am MorgenheinPerlentauscherheinPiperheinTagesspiegel
heinKatharina Bendixen: "Die Jensen-Methode", 12.3.2006
heinHeike Kunert: "Kleine Fluchten", Die Zeit 21, 18.5.2006
heinMichael Opitz: "Die Absurdität des Alltags", DLF 10.5.2006
heinAnnika Senger: "Tragikomisches Portrait eines Sonderlings", Die Berliner Literaturkritik, 28.4.06
Literatur
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hein heinJakob Hein: Herr Jensen steigt aus. München: Piper, 2006. Gebunden, 133 Seiten Hein
Jakob Hein: Herr Jensen steigt aus. München: Piper, 2009. Gebunden, 125 Seiten hein
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 4.1.2007