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Krauss
Angela Krauß: Milliarden neuer Sterne
Frankfurt: Suhrkamp, 1999. Broschiert, 50 Seiten. – Krauss LinksKrauss Literatur
In Neu Kynitzsch, nahe Leipzig, hat die Erzählerin hat New York "nie wirklich vermißt" (S. 8). Dann packt es sie doch und ab Anfang Dezember 1999 ist sie im Big Apple. Aus anderen rezensionen entnehme ich, dass die Autorin drei Monate dort war. Auf den knapp 50 Seiten lese ich nur was vom Dezember bis zum Jahreswechsel.
Wie die Astronomen im Weltall auf einem Fleck Milliarden Sterne entdecken, so entdeckt die Ich-Erzählerin in New York für sie Neues. Für mich war kaum etwas neu: insofern wurden meine Urteile über New York und die US-Amerikaner dort bestätigt. Man kann dort kaum auffallen, ausser durch touristisches Bummeln (so die Ich-Erzählerin), doch selbst das bezweifle ich: zuviele Touristen tun es. Mit einem neuen Hut fällt sie auch (das bezweifle ich ebenso), doch wie sie dabei angesprochen wird, überzeugt wieder.
Das hektische Flair der Metropole wird hervorragend an den Leser gebracht. Symptomatisch erscheint mir, dass die Protagonistin an russische Immigranten gerät. Gerade in den USA schliessen sich die Einwanderer kurz.
Doch mir war das selbst für die wenigen Seiten zuwenig. Vermissen – was die Erzählerin in Neu-Kynitzsch vermisst – kann man wohl nur etwas Bekanntes, was man vorher kannte. Oder sehe ich das falsch?
Zur dünnen Sachlage kommt ein schnoddriger Stil, durchsetzt mit Preussizismen.
Da wird "bis über die Toppen geflaggt" (S. 11). Zu "Topp" lese ich im Duden: "oberstes Enbde eines mastes". Wie kann man bis über die Toppen beflaggen? Oder: "Jetzt hält die Morgensonne voll auf die Giebelwand, lesbar aus Bodenperspektive und Himmelssicht" (S. 12) verstehe ich nicht. Doch selbst wenn der Satz grammatikalisch und semantisch in Ordnung geht, ist es schlechtes Deutsch. Und – für eine Norddeutsche einigermassen verzeihlich – trotzdem für mich anstössig – läuft die Erzählerin in New York durchwegs. Sie meint wohl: gehen.
Da das Buch erstmals am 5.9.1999 erschien, kann Milliarden neuer Sterne, im Dezember 1999 handelnd, nur ein Science Fiction sein. Umso erstaunlicher für wie authentisch die Rezensenten die kurze Erzählung halten.
Mit Einschränkungen streckenweise amüsant zu lesen, mehr nicht.
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Angela KraussAngela Krauß: Milliarden neuer Sterne. Frankfurt: Suhrkamp, 1999. Broschiert, 50 Seiten. Auflage: 2., Aufl.
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