Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Neumann
Ria Neumann: Die Lücke. Eine Erzählung
Bremen: Donat, 2003. 68 Seiten – Ria LinksRia Literatur
Als Dora tot ist beginnt ihre Freundin, die Ich-Erzählerin in Die Lücke, das Leben Doras nachzuzeichnen.
Dora hatte es nie leicht im Leben. Selbst durch einen Klumpfuss behindert, wird sie von Anfang an verspottet, an den Rand gedrängt, nicht für voll genommen. Dazu kommen so ziemlich alle vorstellbaren Grausamkeiten bis zu einer hundsgemeinen Scheidung und zum Selbstmord(versuch). Manchmal fragt man sich: Muss das jetzt auch noch sein? Doch ich glaube, das kommt vor.
Die Erzählerin mischt Stücke aus einem Heft der Verstorbenen mit eigenen Erlebnissen und den Vorbereitungen für die Beisetzung.
Die Mosaiksteine sind manchmal zeitlich nur schwer einordenbar. Zudem ist nicht immer klar, wer gerade in Ich-Form spricht: ist es die Erzählerin oder Dora in ihrem Notizheft.
Der Erzählung ist ein Zitat Franz Kafkas vorangestellt:
„Jeder Mensch trägt ein Zimmer in sich“, aus den Oktavheften Franz Kafkas. Das etwas längere Zitat lautet: „Jeder Mensch trägt ein Zimmer in sich. Diese Tatsache kann man sogar durch das Gehör nachprüfen. Wenn einer schnell geht und man hinhorcht, etwa in der Nacht wenn alles ringsherum still ist, so hört man z.B. das Scheppern eines nicht genug befestigten Wandspiegels.“
Das Motto hat für die Erzählung mehrfache Bedeutung:
1) Dora trug ihr Leid, ihr Leben und ihre Gedanke zeitlebens mit sich herum. Ihr Zimmer kann erst durch ihre Aufzeichnungen von der Ich-Erzählerin ans Licht gebracht werden.
2) Nicht nur Dora, auch die Ich-Erzählerin trägt "ihr Zimmer" mit sich. Es ist schwer – trotz Freundschaft – ins Zimmer des jeweils anderen einzudringen.
3) Man wird auch an den Essay von Virgina Woolfe: A Room of One's Own erinnert.
Das Leben der verstorbenen Freundin regt zum Nachdenken über das Leben und die Freundschaft an. Dora hat es ihrer Umgebung nicht leicht gemacht, aber war es nicht so, dass zuvor ihr viele Knüppel in den Weg gelegt wurden? Erst durch den Tod und die Aufzeichnung kommt die Ich-Erzählerin ihrer Freundin Dora wirklich nahe. Die Autorin macht es den Lesern aber durch zeitliche Sprünge und Perspektivenwechsel schwer.
Links
NeumannRia Neumann, Trägerin des Bremer Autorenstipendiums 1996
NeumannDonat Verlag, Bremen
NeumannFranz Kafka (1883 – 1924)
NeumannVirgina Woolfe: A Room of One's Own – NeumannEin Zimmer für sich allein
Neumann Ria Neumann: Tote Winkel. Kurzgeschichten
Literatur
Bei Amazon nachschauen  
Neumann
NeumannRia Neumann: Die Lücke. Eine Erzählung. Bremen: Donat, 2003. 68 Seiten
Neumann Anfang

Neumann
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 24.12.2010