| Anke
Behrend: Fake Off! Frankfurt am Main: Röschen, 2007. Taschenbuch, 186 Seiten – |
| Alexandra
(Alex) wird 40 Jahre und sucht
in Internet-Chats männlichen Anschluss. Sie gerät an
mehr
oder weniger grosse Pfeifen. Wer würde etwas anderes
erwarten? In der Internet-Lotterie sind zuviele Nieten (S. 6).
In
munterem Stil deckt Alex, die Ich-Erzählerin, die
Mängel der Probanden auf. Das nutzt sich aber mit
der Zeit und den zu lesenden Seiten ab. Längst haben die Leser
begriffen, dass Roman (der vorerst letzte und ausführlichst
vorgeführte Kandidat) eine Lusche ist, doch Alex bleibt beim
kursiven "Diesen Mann will ich!" und wiederholt dies
geisttötend. Erst spät setzt sie andere Satzzeichen:
"Diesen Kerl will ich ?!?" (S. 75). Na, endlich. Dazwischen gab es bisher nur seitenlange Diskussionen ob Mac, Unix oder Windows und technische Chat- und Web-Details, die allenfalls nerven. Doch dem Zweifel ob des Warmduschers Roman folgen keine Taten. Viele Seiten weiter wird erwogen, den Kerl hinauszuwerfen (S. 92) um es sogleich wieder in Frage zu stellen. Die Ich-Erzählerin weiß um ihre Entscheidungsschwäche: "Frage, die 235" (S. 93). Weit ist 235 nicht übertrieben. Die Autorin hätte es erkennen müssen und uns die letzten fünfzig Seiten (vor S. 93) und den Rest des 1. Abschnitts ersparen können. Ein Buch zum Weglegen? Fast hätte ich es gemacht. Doch im 2. Romanteil wird es plötzlich rasant und das entschädigt für viel Leerlauf zuvor. Da es richtig spannend wird sei hier nichts verraten. |
| Rainer
Moritz vom Hamburger Literaturhaus ( |
| Mein Tipp: zum Lesen beginnen bis man den Ton und das Gelabbere satt hat. Ich schätze mal, man ist dann auf Seite 35-40. Dann kursorisch bis zum 2. Teil springen (S. 112), dort entweder weiter querlesen oder sich halt bis etwa Seite 130 vorkämpfen. Ab jetzt genau lesen. Es lohnt sich! |
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