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Gogolin
Wolfgang A. Gogolin: Eintritt frei für Männer. Roman
Hamburg: Pauerstoff, 2008. Taschenbuch, 112 Seiten – Wolfgang LinksWolfgang Literatur
Tim Hansen liegt im Krankenhaus darnieder. Er unternimmt Ausflüge, wohl nur im Traum oder in Fantasien. Für ihn und die Leser wäre es vorteilhaft, wenn sein Vorschlag, Träume durch ein "T" zu kennzeichnen (S. 9), umgesetzt würde. Ein skeptisches Traumszenario, das spätestens seit René Descartes (Meditationes de prima philosophia I,5) die Erkenntnistheoretiker beunruhigt, entfiele.
In der Ausflugswelt erfährt Tim eine utopische Zukunft wie sie schon oft in der Literatur dargestellt wurde. Autor Gogolin bezieht sich einmal auf die Schöne Neue Welt von Aldous Huxley.
Alle Bestrebungen die Bevorzugung der Männer aufzuweichen wurden in dieser möglichen Zukunft zurückgenommen. Das wirkt oft recht lustig, so wenn Schwatzhaftigkeit nicht mehr als emotionale Intelligenz zählt. Oft klingt es horrormässig, da beispielsweise die Wachsamkeit gegenüber potentiellen Kinderschändern aufgegeben wurde (S. 56-57). 
Dank des lockeren burschikosen (kommt von "Bursche" Gogolin) Stils ist Eintritt frei für Männer flott lesbar. Die einseitige thematische Ausrichtung stört aber und ermüdet. Doch es heißt aufzupassen, da Autor Gogolin mit dem Leser spielt.
• Einige Zukunftsperspektiven erscheinen gegenüber der Gegenwart fortschrittlich und wünschenswert. Andere gehen einer verfehlten Männerargumentation nach.
• Tim hat teilweise genau die Traumsequenzen, die alle Thesen der Frauenemanzipation unterstreichen. Dann wieder malt er sich fantastische Männerparadiese aus und zeigt auch damit, dass die vermeintliche Benachteiligung der Männer großenteils Humbug ist.
Unklar ist, ob Tim wirklich immer nur fantasiert, oder ob er nicht manchmal doch reale Ausflüge unternimmt. Oder wird er gar durch eine böse Frauendiktatur im Krankenhaus und am Tropf gehalten?
Dieses Spiel mit Realität und Traum gibt Eintritt frei für Männer seinen Reiz.
Der Witz des Romans kündigt sich natürlich schon im Titel an: Frauen dürfen ihn nicht lesen oder wohl nur indem sie einen hohen Preis bezahlen.
Als Roman (genau das kündigt die Titelseite an) ist Eintritt frei für Männer grossenteils amüsant zu lesen. Als Thesenpapier oder Essay gelesen (das tun wohl einige Lobpreiser und scharfen Kritiker) ist es katastrophal. Ich beurteile das Werk also gemäß dem Anspruch ("Roman") und gebe eine leichte Empfehlung.
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 25.1.2009