| Helmut
Krausser: Spielgeld. Erzählungen und andere Prosa München: Kirchheim 1990. Taschenbuch, 121 Seiten – |
| Als Helmut Krausser nur als Schachspieler bayerischer
Klasse bekannt war, traf ich auf ihn am Brett beim Münchner Schachopen. Als später sein erster Erzählungsband in der Süddeutschen Zeitung besprochen wurde und darin auch dem großen Österreicher Carl Schlechter ein literarisches Denkmal gesetzt wurde ("Der eine und der andere"), kaufte ich das Buch. Viele Jahre später las ich das ganze Büchlein. |
| Genau die ersten sechs von den zwölf Geschichten gefielen mir gut. Die letzte des Sextetts "Nuntius und Ananas" ist die beste. Die restlichen sechs Geschichten scheinen mir allenfalls deutsche Sätze zu sein. Krausser wusste darum: der Untertitel lautet Erzählungen und andere Prosa. Das heißt, die Stücke 7-12 erheben nicht den Anspruch, Erzählungen zu sein. Ich stimme zu. Darin werden Wörter verändert, Bedeutungen verschoben und es kommt nichts heraus für mich als Leser. |
| Schon vor nahezu zwei Jahrzehnten schlägt Krausser
seinen lakonischen Stil an und nimmt sich hauptsächlich der Verlierer
im Leben an. Carl Schlechter ist da direkt sein Prototyp: genial
daneben. Thomas Glavinic schrieb zum legendären WM-Wettkampf
Schlechters
den Roman Carl
Haffners Liebe zum
Unentschieden, siehe |
| Während ich also die Hälfte der Prosastücke als gute Erzählungen las, konnte ich mit dem Rest kaum etwas anfangen: sie ließen mich ratlos. |
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| Helmut
Krausser: Spielgeld.
Erzählungen und andere Prosa. Reinbek: Rowohlt, 1994.
Taschenbuch, 121 Seiten
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