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Fallada
Hans Fallada: Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee. Eine kleine Liebesgeschichte
Reinbek: Rowohlt, 1976. Taschenbuch, 92 Seiten – Hans LinksHans Literatur
Dieser posthum erschienen Liebesroman spielt in und um Berlin (Täfeleines wohnen außerhalb, S. 91).  Der extrem schüchterne Angestellte Gerhard Grote verliebt sich in seine junge Kollegin Rosa Täfelein. Seine Annäherungsversuche verdienen nicht einmal den Namen. Entweder er kommt mehr zufällig in Kontakt oder sie oder ihr kleiner Bruder Männe helfen nach. Als Rosa erkrankt versucht er sie zu besuchen. Dabei gerät er ihren Vater einen Tee-Spezialisten und Amateurmediziner. Ärztlichen Besuch verbietet er strikt: „Es gibt keine Krankheit, für die Mutter Natur nicht ein Kraut wachsen ließe!“ (S. 78). Doch Grote wächst über sich hinaus, unterstützt von der Mutter Täfelein, und holt einen Arzt. Rosa kommt ins Krankenhaus, wird aber wieder gesund und alles wird gut. Sogar in der Firma trumpft Grote auf und wohlwollend merkt man, dass Grote verändert und selbstbewusster ist (S. 90).
Adenauer-Mief
Obwohl die Adenauer-Ära erst am beginn war durchweht den Roman der Mief der Adenauerjahre. Es zeigt sich im Betriebsklima, in den Annäherungen der erwachsenen Romanfiguren, in Frau Täfeleins Furcht vorm Gatten („Ich bin seine Frau und muß tun, was er will“, S. 78) und im Hotelbesuch des frisch vermählten Paars (91-92).
Obwohl Falladas Stil und Romanstruktur für heute recht bieder anmuten hat er wenige moderne Wendungen. So ist bei Altersangaben über Vierzig Genauigkeit unangebracht, denn "über Vierzig ist alles Eiszeit" (S. 41).,
"Willst du dein Herz mir schenken", S. 48, sind die Anfangszeilen eines Gedichts vermutlich von Simon Dach (1605-1659), sicherjedoch vertont von vertont von Johann Sebastian Bach.
"Lämmchen" war die Protagonistin in Falladas Erfolgsroman Kleiner Mann - was nun? (1932).
Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee erschien zuerst 1953 im Fackelträgerverlag Hamburg, 1959 auch im Bertelsmann Lesering, Neuausgaben erschienen 1973 und 2000 bei Rowohlt. Eine erstaunliche Beliebheit führt die doch eher naive Liebesgeschichte.
Auch Kurt Tucholsky und Erich Kästner schrieben leichte Liebesroman im Stile Horst Wolfram Geisslers. Für ein paar Stunden eignet sich das einfache Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee schon. Immerhin wandelt sich Gerhard Grote von kümmerlich zum lockeren Jungehemann und Naturheilkundle Täfelein muss klein beigeben.
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Fallada FalladaHans Fallada: Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee. Eine kleine Liebesgeschichte. Reinbek: Rowohlt, 2000. Taschenbuch, 121 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.11.2010