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Horst Wolfram Geissler. Das Wunschhütlein
Horst Wolfram Geissler. Das Wunschhütlein  
Frankfurt am Main: Ullstein 1964. 186 Seiten
"Ronni hatte seinen Kopf in Helenas ..." -?- "Armbeuge gebettet." Wer sich mehr versprach, hat noch keinen Geissler gelesen. Immerhin, Kopf in der Armbeuge! Mehr wäre bei Geissler: igitt! Seine Romane sind anmutig, humorvoll, angenehm zu lesen, aber für den heutigen Geschmack fast zu angenehm. Hieronymus von Holk wird unversehens reich. Aus dieser Position muß er sich zwischen drei Frauen entscheiden. Dies geschieht mit (aber nicht zuviel) Komplikationen. Der Autor springt leichtfüßig von Weihnachten ins Frühjahr, es wird nicht langweilig. Weitscheifige Stimmungsbilder kann man ebenso überspringen. Geisslers Humor ist nicht aufdringlich, aber immer vorhanden. "Wer wüßte heute noch etwas von Achill - wenn er nicht wegen der schönen Helena gestorben wäre?" (S.68) "Ein Rausch, der ewig dauert, ist nicht das Richtige, man muß bisweilen ernüchtert werden, um sich wieder mit Genuß betrinken zu können" (S.112). Diese Aussage geht schon an Geisslers äußerste moralische Grenze. Für eine kurzweilige Wochenendlektüre ist "Das Wunschhütlein" empfehlenswert.
Das Shakespearezitat (TB-Ausgabe S.78 und 125) ist aus "A Midsummer Night's Dream" III, 1
Titania
I pray thee, gentle mortal, sing again.
Mine ear is much enamoured of thy note;
So is mine eye enthrallèd to thy shape;
And thy fair virtue’s force perforce doth move me
On the first view to say, to swear, I love thee.

Horst Wolfram Geissler. Das Wunschhütlein
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 1.8.2002