| Dietlof
Reiche: Geisterschiff München: Hanser, 2002. Gebunden, 293 Seiten |
| Die zwölfjährige Lena
lüftet stückweise das Schicksal des Segelschiffes Windsbraut vor
über 200 Jahren, gleichzeitig auch einige Geheimnisse in ihrer Familie.
Prima, daß sie mit dem etwa gleichaltrigen Felix einen ausgezeichneten
Partner trifft. Denn schon bald geschieht Unheimliches: das Meer kommt nach der
Ebbe nicht wieder zurück in die Bucht; die Windsbraut steht in voller
Pracht im Watt. Und auf ihr laufen Nacht für Nacht geistervolle Szenen
ab. Der Fluch des verwünschten Kapitäns samt Besatzung erhält hier eine weitere Fortsetzung. Dietlof Reiche gelingt Erstaunliches. Er verwebt Motive der Phantastik mit dem modernen Geschehen an einem nicht näher bezeichneten Touristenort am Meer. Das gelingt ihm ausgezeichnet und ungekünstelt. Da der Autor während des spannenden Romans immer wieder rätselhafte Umstände aufdeckt bleibt nicht alles bis zum Schluß offen. Das ist angenehm: ansonsten stauen sich oft so viele Fragen, daß man am Ende die üblichen bis zu zehn Seiten Aufklärung nur noch abnicken kann. Ich meine, das fasziniert an diesem Roman: man ist immer dabei, es gibt keinen Großaufklärer. Alles entwickelt sich ungezwungen, obwohl Reiche viele bekannte Motive (z.B. geldgieriger Bürgermeister eines Fremdenverkehrsortes) mischt. Spannend, leicht zu lesen, gehaltvoll: sehr lesenwert. |
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| Dietlof Reiche:
Geisterschiff. München: DTV, 2004. Broschiert
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