| Henning
Boetius: Blendwerk. Ein Fall für Piet Hieronymus München: Goldmann, 1996. 252 Seiten – |
| Bayerischer
Rundfunk: das Kulturjournal am 7.3.99 empfiehlt den neusten Krimi von
Henning Boetius. Noch nie gehört, doch zur Entspannung mal ganz
angenehm. Ich kaufe ein früheres Werk von Henning Boetius (* 1939, Langen in Hessen), seit 1984 Maler und freier Schriftsteller. Ein Kriminaler eines niederländischen Morddezernats wird von einem Freund in der Ex-DDR zu Hilfe gerufen. Was wie ein üblicher Krimi loslegt mündet in einer eindringlichen Beschreibung einer Kleinstadt, die den DDR-Mief nicht abgelegt hat, ja sogar zur Ausländerpsychose ausgebaut hat. Unheimliche Szenen und feindselige Leute begegnen dem Ich-Erzähler Piet Hieronymus auf Schritt und Tritt. Der Buchumschlag vergleicht das Buch mit Gustav Meyrinks Golem, ebensogut kann man Franz Kafka: Das Schloß bemühen. Leitmotiv ist aber Franz Schuberts "Winterreise". Empfehlenswert: "Winterreise", Erzählung von Fritz Wolff, Hannover: Privus Verlag. Am Ende weiß man, wie Hieronymus: "die Welt existiert, auch wenn sie wahnsinnig ist" (S.131). |
| Boetius' Blendwerk kann ich derjenigen / demjenigen empfehlen, die / der ein eigentümliches Stimmungsgemälde in düsteren Farben verträgt. Ein üblicher Krimi zwischendurch ist es sicher nicht, obwohl es Mord und versuchten Totschlag mehrfach gibt. |
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