| Alexander
Lernet-Holenia: Ich war Jack Mortimer Frankfurt am Main 1952. 210 Seiten |
| Ein spannender Kriminalroman, von dem
man kaum glaubt, daß er bereits 1933 geschrieben wurde. Ein Taxifahrer in Wien schlüpft unversehens und so glaubhaft in die Rolle Jack Mortimers, daß ich jetzt nicht mehr weiß, wie er eigentlich hieß. Ich habe nachgeschaut: Ferdinand Sponer. Am Anfang des Romans transportiert Sponer zwei Gäste, die seine künftigen Tage bestimmen: zuerst ein hübsches Fräulein und später einen Herrn, der plötzlich tot in seinem Auto sitzt. Aus Neugierde verfolgt er das Mädchen und schlüpft in die Rolle des Toten. Beides führt zu erstaunlichen Verwicklungen. Höhepunkt für mich - sonst im Film fast schon allergisch gegen öde Autoverfolgungsjagden - war eine Verfolgungsjagd zu Fuß quer durch Wien, in der Fischer-Taschenbuchausgabe von Seite 160 bis 170. Hervorragend erzählt, man ist wirklich live dabei. Insgesamt war der Romanstil und die zugrundeliegende Handlungsstruktur etwas klobig, doch spannend und glaubhaft. Alexander Lernet-Holenia ist ein Autor, der einige Jahrzehnte sehr bekannt war, doch jetzt - zu unrecht wie ich meine - kaum mehr verlangt wird. Ich war Jack Mortimer ist lesenswert. |
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