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Bronsky
Alina Bronsky: Scherbenpark
Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2008. Gebunden, 286 Seiten – Alina LinksAlina Literatur
Geschicktes Marketing verlagsseitig und eine clevere Autorin auf der Frankfurter Buchmesse 2008 und schon kaufte ich den Hardcover-Erstling der unter Pseudonym schreibenden Autorin Alina Bronsky. Das hätte leicht zum Reinfall werden können. Doch Scherbenpark lohnt sich.
Erfrischend zieht die siebzehnjährige Ich-Erzählerin Sascha Naimann vom Leder. Sie beschreibt Alltag und Besonderheiten im Hochhaus Solitär und dem angrenzenden Treffpunkt Scherbenpark.
Ihr Leben ist kompliziert (oder so erscheint es dem Leser jedenfalls). Sie kam mit ihrer Mutter und zwei Geschwister aus Russland. Mutter lernte Vadim kennen und Sascha will ihn töten. Allmählich enthüllen sich die zurückliegenden Katastrophen. Weitere folgen.
Alina Bronsky ist viel gelungen in diesem Roman: tragische Schicksale in tristem Milieu; harte Verhaltensweise, kriminelle eingeschlossen; trotzdem ist es ein streckenweise witziger und komischer Redefluss der selbstbewussten Sascha.
Die knallharte, drastische, schnoddrige Sprache wird manchen Leser verletzen. Man gewinnt Einsicht in eine Gruppe, die neben uns lebt.
Mich irritierte, dass Sascha von Peter & Co. brutal verdroschen wird (S. 190-194), später aber doch wieder in deren Mitte geht (S. 230-234).
Oleg, der Schachspieler, erfreute mein Schachspielerherz. Zwei Anmerkungen dazu:
• als Weißspielerin kann sich Sascha nicht für die Sizilianische Eröffnung entscheiden (S. 249), sondern allenfalls für den Doppelschritt des Königsbauern;
• es gibt zwar ganz spezielle Situationen, in denen man vom Patt träumen kann, aber Sascha meinte (S. 252) wohl ein Remis.
Der Rummel des Verlags und der Medien um die Debütantin (die mich immer misstrauisch bis ablehnend machen) ist voll gerechtfertigt. Alina hat die Latte für den zweiten Roman hoch gelegt. Scherbenpark kann man rundum empfehlen.
Links
BronskyBarbara Becker: "Überdosis Realität". Frankfurter Rundschau
BronskyDas Literatur-Café: Alina Bronsky im Interview: Scherbenpark - Buchmesse-Podcast 2008
BronskyBR-online: Alina Bronsky: Scherbenpark
BronskyTina Schröder: Borro-Rezension
BronskyPerlentaucher
BronskyScherbenpark
Literatur
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Bronsky BronskyAlina Bronsky: Scherbenpark. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2008. Gebunden, 286 Seiten Bronsky
Alina Bronsky: Scherbenpark. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2009. Taschenbuch, 288 Seiten Bronsky
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Alina Bronsky: Scherbenpark. Argon 2008. Audio CD Bronsky

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 15.11.2009