| E. T. A.
Hoffmann: Die Bergwerke zu Falun S.183-232. In: Deutsche Dichtermärchen. Zürich: Manesse 1965. 777 Seiten Autor |
| Den Stoff zu dieser Erzählung
entnahm Ernst Theodor Amadeus Hoffmann einer Erzählung Gotthilf Heinrich
Schuberts "Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaften". In einem
schwedichen Bergwerk wurde die lange verschollene Leiche eines Bergmannes
unversehrt gefunden. Hugo von Hoffmannsthal verwendete wiederum Hoffmanns
Erzählung für das Drama "Das Bergwerk zu Falun". Bei Hoffmann kehrt Elis Fröbom von einer langen Seefahrt nach Hause und stellt fest, daß zwischenzeitlich seine Mutter gestorben ist. Ihm ist nicht nach den ausgelassenen Feiern seiner Seekameraden zu Mute. Auch eine Dirne kann ihn nur wenig reizen. Mehr schon ein alter Bergmann, der sich ihm nähert und in dem er eine bekannte Gestalt (Doppelgängermotiv) zu erkennen meint. Der Alte beschreibt ihm die Vorzüge des Bergbaus so überzeugend, daß Elis sich auf die Mehrtageswanderung zu den Bergwerken bei Falun aufmacht. Dort ist er zunächst enttäuscht, aber er aber Ulla, die Tochter des Bergwerksleiters erblickt, verliebt er sich, bleibt und wird ein tüchtiger Bergmann. Tief im Stollen besucht ihn wieder der alte Bergmann und warnt ihn vor den irdischen Freuden. Seine Kameraden erklären ihm seine Begegnung: es sei der legendäre, uralte Bergmann Torbern. Als Elis meint, Ulla vermählt sich mit einem anderen, flüchtet er ins Bergwerk und ruft nach Torbern um sich ganz der Arbeit unter Tage zu widmen. Er wird gerettet und kann Ulla doch freien. Doch am Tage seiner Hochzeit wird Elis erneut verlockt. Eine eiskalte Hand dringt in sein Inneres und eine dunkle Stimme schmäht seine Braut Ulla indem sie ihn fragt. "Du armer Tor! Hast du nicht das Antlitz der Königin geschaut?" (S. 223) Elis will seiner Braut einen funkelnden Almandin aus dem Stollen holen. Dabei wird er verschüttet und erst nach Jahrzehnten unversehrt gefunden. Der alte Bergmann verführt Elis zweistufig. Zuerst redet er ihm die Seefahrt aus, zugunsten einer Arbeit unter Tage. Dann will er, daß er sämtlichen irdischen Freuden entsagt und sein Leben ganz der mythischen Bergkönigin widmet: unterirdisch ein überirdisches Leben führen. E.T.A. Hoffmann schildert alles weitgehend natürlich, auch die Unversehrheit der Bergmannsleiche wird chemisch begründet (Vitriolwasser). |