| Adalbert Stifter: Abdias München: Martus, 1994. Gebunden, 154 Seiten. 2. Aufl. |
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| Der Jude Abdias lebt tief "in den Wüsten innerhalb des Atlasses" in den Ruinen einer Römerstadt und erwirbt sich durch ausgedehnte Handelsreisen einen beachtlichen Reichtum. Er heiratet die schöne Deborah. Damit ist sein günstiges Schicksal (eine Hauptthema der Erzählung) zu Ende. Auf einer Geschäftsreise befallen ihn die Pocken, er kommt entstellt zurück, seine Frau wendet sich von ihm ab. Räuber überfallen sein Haus: er findet es verwüstet vor, seine Frau stirbt und hinterläßt ihm Judith (Ditha), eine Tochter. Bevor er sich an Melek rächt, will er die Zukunft seiner Tochter sichern. Er wandert mit ihr über das Mittelmeer nach Böhmen aus. Erst als Ditha vier Jahre ist, merkt Abdias, dass sie blind ist. Wieder handelt er erfolgreich und wird zum Geizhals. Durch einen Blitz erlangt Ditha die Sehkraft und behutsam lernt ihr Abdias das Sehen und Verstehen. Doch das Schicksal schlägt nochmals zu .... | |
| Nach journalistischen
Arbeiten und Erzählungen (1842 Der Hochwald) gelang Stifter 1843
mit Abdias der Durchbruch. In einer längeren Einleitung formuliert
Stifter die Frage um die es ihm geht: "Warum nun dieses?", warum treffen diese
Schicksalsschläge genau diesen Menschen? Wie auf Hiob bricht das Unheil
mit biblischer Gewalt über Abdias herein. Diesen Fragen und dem Genre der biblischen orientalischen Erzählung verpflichtet wählt Stifter einen legendenhaften Erzählstil. Die Erzählung Abdias könnte in 1001-Nacht stehen. Stifter verflicht mehrere Mythen, so den des ewig wandernden Juden ( |
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| Ist
Abdias antisemitisch? Von einer Abneigung oder gar Feindseligkeit gegenüber den Juden ist von Seiten des Autors in Stifters Abdias nichts zu finden. Im Gegenteil: drei jüdische Generationen um Abdias bilden das Zentrum der Erzählung. Dem Leser wird der schwer gebeutelte Abdias sympathisch. In der Einleitung wird die besondere Stellung des jüdischen Volkes thematisiert.
Abdias in Stifters Erzählung wird keineswegs einseitig oder gar negativ geschildert. Er ist auserwählt (erfolgreicher Handelsmann) und wird vom Schicksal ohne ersichtlichen Grund schwer getroffen. Er bringt zwar nach Böhmen nordafrikanische Elemente mit (orientalische Ausstattung seines Hauses), doch fühlt er sich hier offensichtlich wohl, wenn er selbst auch nicht die Nachbarschaft sucht. Am Ende verwirft er nochmals kurz aufblitzende Rachegedanken. |
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| Abdias ist eine fremd- und eigenartige Erzählung. Lesenswert. | |
| Links | |
| Literatur | |
| Kindlers Literaturlexikon S. 708-709 |
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| Adalbert Stifter: Abdias.
München: Dtv, 2005. Broschiert, 160 Seiten
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| Adalbert Stifter: Abdias.
München: Martus, 1994. Gebunden, 154 Seiten
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