| Emily
Dickinson: Gedichte – übersetzt
von Gunhild Kübler München: Hanser, 2006. Gebundene Ausgabe: 559 Seiten |
| Die Schweizer Literatur- Redakteurin Gunhild Kübler fiel mir bisher extrem angenehm in der TV-Sendung "Literaturclub" des Schweizer Fernsehens auf. Dieses Urteil bestärkte sie durch Herausgabe und Übersetzung von Gedichten der genialen Emily Dickinson. |
| In einer feinen und liebenswerten Ausgabe legt
Gudrin Kübler zahlreiche Gedichte der US-Lyrikerin –
angelehnt an die chronologische Ausgabe letzter
Hand von Ralph W. Franklin
(Literatur)
– vor. Die
Nummerierung Franklins behielt die Herausgeberin bei, ebenso
überwiegend
die Letztfassung der Dichterin selbst. Nur wenige abweichenden
Textgestalten sind mit * gekennzeichnet. Kübler ergänzt die Sammlung mit einem sehr lesenswerten und aufschlussreichen Nachwort. Darin beschreibt sie die großen Schwierigkeiten bei der Übersetzung und begründet warum sie trotzdem auf eine (einfachere) Umwandlung in Prosa verzichtete (S. 543). Sie bringt dem Leser nicht nur das Leben der Dichterin bei sondern weckt das Textverständnis. So zeigt Dickinsons künstlerischer Werdegang, dass sie Distanz zum Leser schätzte und nicht auf Anhieb verstanden werden wollte. Ihre Gedichten verlangen "Komplizenschaft vom Leser" (S. 540). Da geht man gleich mit der richtigen Haltung an die Gedichte heran. |
| Da die Gedichte Dickinsons selbst für den englischen Muttersprachler oft verschlossen sind ist die Gegenüberstellung der englischen Originale und der deutschen Übersetzung hilfreich. Da ich ältere Übersetzungen nicht kenne, messe ich Küblers Übersetzungsleistung ausschließlich an Dickinson selbst. Fazit: hervorragend gelungen; nörgeln kann man bei Übersetzungen – und besonders bei Gedichten – immer. |
| Drei Kritikpunkte habe ich dennoch. • Die Gedankenstriche, die Dickinson reichlich einsät und die wichtig sind, fallen in dieser Hanser-Ausgabe extrem kurz aus. • Wichtige Gedichte fehlen, so "We never know how high we are" ( • Der Preis der gebundenen Ausgabe ist kein Pappenstiel. |
| Eine wunderbare Auswahl und Übersetzung der Gedichte Dickinsons. Durch die Gegenüberstellung ist am nicht mit dem englischen Text allein gelassen, andrerseits kann man jederzeit auf die links Buchseite schauen und Mehrdeutigkeiten, die nun wirklich nicht ins Deutsche übertragbar waren, selbst herauszufinden. Bravo und danke! |
| Literatur |
| Ernst, Katharina: »Death« in the Poetry of
Emily Dickinson. Heidelberg: Winter, 1992. 222 Seiten Oates, Joyce Carol: "Soul at the White Heat: The Romance of Emily Dickinson's Poetry". Critical Inquiry, 13.4 (1987), S. 806-824. Walker, Nancy: "Emily Dickinson and the Self: Humor as Identity". Tulsa Studies in Women's Literature, 2.1 (1983), S. 57-68. |
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| Emily
Dickinson: Gedichte.
Ditzingen: Reclam, 1986. Taschenbuch: 222 Seiten |
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| Alfred
Habegger: My Wars Are
Laid Away in Books: The
Life of Emily Dickinson. Random 2002. Taschenbuch: 800 Seiten
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| Thomas
H. Johnson: The
Complete Poems of Emily Dickinson. Little, Brown 1976.
Taschenbuch, 784 Seiten |
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