Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Wolfgang Müller von Königswinter Schwert und Pflug
Wolfgang Müller von Königswinter: "Schwert und Pflug"
1816 – 1873, eigentlich. Peter Wilhelm Karl Müller, rheinländischer Arzt, Kunstkritiker und Politiker; Dichter patriotischer Lyrik, beliebter Volkslieder und Sagen

Einst war ein Graf, so geht die Mär,
der fühlte, dass er sterbe;
die beiden Söhne rief er her,
zu teilen Hab und Erbe.

Nach einem Pflug, nach einem Schwert
rief da der alte Degen;
das brachten ihm die Söhne wert,
da gab er seinen Segen:

"Mein erster Sohn, mein stärkster Sproß,
du sollst das Schwert behalten,
der Berge mit dem stolzen Schloß
und aller Ehren walten.

Doch dir, nicht minder liebes Kind,
dir sei der Pflug gegeben:
im Tal, wo stille Hütten sind,
dort magst du friedlich leben."

So starb der lebensmüde Greis,
als er sein Gut vergeben;
die Söhne hielten das Geheiß
treu durch das ganze Leben.

Doch sprecht, was ward denn aus dem Stahl,
dem Schlosse und dem Krieger?
Was ward denn aus dem stillen Tal?
Was aus dem schwächern Pflüger?

O fragt nicht nach der Sage Ziel!
Euch kündens rings die Gauen:
Der Berg ist wüst, das Schloß zerfiel,
das Schwert ist längst zerhauen.

Doch liegt das Tal voll Herrlichkeit
im lichten Sonnenschimmer;
da wächst und reift es weit und breit;
man ehrt den Pflug noch immer.
Links
Wolfgang Müller von KönigswinterLieder von (Karl) Wolfgang Müller von Königswinter
Wolfgang Müller von KönigswinterMüller von Königswinter, Wolfgang

Wolfgang Müller von Königswinter Schwert und Pflug
Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 16.10.2002