| Ludwig Uhland: "Graf Eberhards
Weißdorn" 26.4. 1787 Tübingen 13.11. 1862 Tübingen; Schriftsteller, Politiker und Germanist; |
| Graf Eberhards
Weißdorn Graf Eberhard im Bart Vom Württemberger Land, Er kam auf frommer Fahrt Zu Palästina's Strand. Daselbst er einstmals ritt Durch einen frischen Wald; Ein grünes Reis er schnitt Von einem Weißdorn bald. Er steckt' es mit Bedacht Auf seinen Eisenhut; Er trug es in der Schlacht Und über Meeres Flut. Und als er war daheim, Er's in die Erde steckt, Wo bald manch neuen Keim Der neue Frühling weckt. Der Graf, getreu und gut, Besucht' es jedes Jahr, Erfreute dran den Mut, Wie es gewachsen war. Der Herr war alt und laß, das Reislein war ein Baum, Darunter oftmals saß Der Greis im tiefsten Traum. Die Wölbung, hoch und breit, Mit sanftem Rauschen mahnt Ihn an die alte Zeit Und an das ferne Land! |
Zu Grunde liegt eine Sage von Andreas Chr. Zeller: Ausführliche Merkwürdigkeiten der hochfürstlichen wirtembergischen Universität und Stadt Tübingen, Tübingen 1743. Bereits Johann Fischart, genannt Mentzer (Mainzer, nach der Herkunft seines Vaters), erwähnt in seiner freien Bearbeitung von Rabelais' »Gargantua«, 1575, den Dornstrauch im Schönbuch [auf dem Einsiedel bei Tübingen] von des Herzogs Eberhard mit dem Bart Laubstrauß. |
| Eberhard I. im Bart: 11.12. 1445, Urach (heute: Bad
Urach) 24. oder 25. 2. 1496 Tübingen; als Graf Eberhard V., als
Herzog von Württemberg (seit 1495) Eberhard I. 1468 10. Mai bis 4. Nov. Pilgerfahrt nach Jerusalem: gipfelte in der Zeremonie des Ritterschlags am Heiligen Grab . 1477 Gründung der Universität in der damals etwa dreitausend Einwohner zählenden Stadt Tübingen (Gründung der Universität) 1482 Münsinger Vertrag, der die Unteilbarkeit des Landes sichert; genoss hohes Ansehen im Reich. |
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| Weißdorn Der bis zu 3 m hohe Strauch des Weißdorns kann ein Alter von 500 Jahren erreichen. Zur Blütezeit sieht er wie überschneit aus, daher sein Name. Volksnamen: Hagedorn, Hageapfel, Heckendorn, Mehlbeeren, Mehlfäßchen, Christdorn, Zaundorn; Botanik: Crataegus oxyacantha; Crataegus laevigita (zweigriffliger W.), Crataegus monogyna (eingriffliger W.) Familie der Rosengewächse - Rosaceae Weißdorn war der Strauch, unter den Merlin, der berühmte keltische Magier (Zauberer und Prophet der Geschichten um König Artus) von Niniane gebannt wurde, nachdem er sein Wissen auf sie übertragen hat. |
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| Ludwig Wittgenstein: "Das Uhlandsche Gedicht [Graf Eberhards Weißdorn] ist wirklich großartig." Briefe an Engelmann 6, zitiert nach Kurt Wuchterl, Adolf Hübner: Wittgenstein. Reinbek 1988, S. 131 |
| Entstehung: 13. Okt. 1810 Erstdruck: Poetischer Almanach für das Jahr 1812, S.41; Gedichte 1815 |