| Harald
Grill: Bairische Gedichte Viechtach: Lichtung, 2003. Broschiert, 128 Seiten – |
| Irgendwann
gewann ich irgendwo die Gedicht-Anthologie: Für d' Muadda.
Bairische Gedichte zum Lob und Trost der Mutter, 1979,
herausgegeben von Ludwig Merkle (mit dem Autogramm aller [?]
enthaltenen Dichter). Darin sind auch zwei Gedichte von Harald Grill:
"Muatatog" und das harte "Muatanacht". Der Autor kam auf die
Wunschliste, jetzt wurde sie erfüllt. Bairische Gedichte ist eine Sammlung von Gedichten des ostbayerischen Autors aus 1978 bis 2003. Sie wurden meist schon mal veröffentlicht, doch nur vereinzelt waren sie mir bekannt. Harald Grill schreibt kurze Gedichte in ostbayerischer Mundart (Raum Regensburg, Bayerischer Wald). Ich als Oberbayer kann sie einwandfrei lesen. Die Themenbreite reicht vom Alltag bis zur Ökologie, sie geben sich harmlos (eher selten), nachdenklich, pointenhaft bis brutal. Die groben Abschnitte sind überschrieben mit: d wiesn kann se nimmer ducka beim maahn – s schlucka fallt uns jedn tag schwaarer – wenn s kaatzerl hätt auswachsn derfa – treib ma mitnand an winter aus. Jedesmal wenn ich in den schmalen Band schaue, finde ich bemerkenswerte Zeilen. Für jeden, der die Mundart versteht, eine Quelle der Sprachlust und des Aufmerksamwerdens. Eigentlich Gedichte besonders (oder auch) für alle die, die sonst keine Gedichte mögen. Sehr empfehlenswert |
| Beispiel aus Bairische Gedichte: |
| Hoamkumma |
| 1 wia r i hoamfahr durthi wo i außagwachsn bin do kenn i mi fast nimmer aus grobe strich überm Land kreiz und quer überlandleitungen und autobahnreißverschlüss des was i kenn des was i suach des muaß irgendwo drunter liegn 2 mir fallt mei aufsatzheftl ei wo i de gschicht einegschriebn ghabt hab vo dem dorf wo dasuffa is in am stausee aus beton i siehg de blaadln vor mir kreiz und quer grobe strich und drunter steht ausschweifende phantasie alles noch einmal |
| © Harald Grill. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Autors. |
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