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Retzer
Wugg Retzer (eigentlich: Ludwig Maximilian Retzer):
»I hab amal an Waldlerbauern g'fragt«

12. Juli 1905 Oberhaslbach bei Mallersdorf – 15. April 1984 München
I hab amal an Waldlerbauern g'fragt,
was für an Extrawunsch er heed.
Da hat er nachsinniert a Weil und g'sagt:
“Dahoam sei', wenn's auf d'Nacht zuageht.”
Aus: Wolfgang J. Bekh: Vom Glück der Erinnerung. Dichter aus Bayern. München 2000. S. 153; retzer Rezension.
© Süddeutscher Verlag; Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis.
Das Quellenwerk Wolfgang J. Bekh: Vom Glück der Erinnerung. Dichter aus Bayern hatte ich ausgeliehen und kann nur annehmen, ich habe es richtig abgeschrieben habe. Die letzte Zeile ist – das ist eine Feinheit des Gedichts – mehrdeutig. Sie ist es aber nicht nur sinnmäßig, sondern auch syntaktisch. Es müßte genauer heißen:
“Dahoam sei', wenn's auf d'Nacht zua geht.”
In der Zusammenschreibung "zuageht" kommt auch das wahrscheinlich nicht beabsichtigte "zugehen" im Sinne: "es geht auf, da ist was los!" in Frage. Das würde dann bedeuten: der Waldlerbauer möchte daheim sein, wenn bei ihm abends Remmi-demmi ist.
Literatur zu Wugg Retzer:
Hans Göttler: "Wugg Retzer war ein Niederbayer – undwas für einer! Ein Lebensbild des Schrift- und »Sprechstellers« Wugg Retzer". Literatur in Bayern 25:96, 2009. S. 32-38.
Wugg Retzer, Mitglied bei TurmschreiberDie Turmschreiber - süddeutsche Literatenvereinigung in München
 

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 18.9.2009