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Richard Dehmel
Richard Dehmel: "Aus banger Brust"
18.11. 1863 Wendisch-Hermsdorf / Mark Brandenburg – 8.2. 1920 Blankenese (heute Hamburg)
Die Wolken leuchten immer noch,
die dunkeln Blätter zittern sacht;
ich bin im Grase aufgewacht,
o kämst du doch,
es ist so tiefe Mitternacht.

Den Mond verdeckt das Gartentor,
sein Licht fließt über in den See,
die Weiden schwellen still empor,
mein Nacken wühlt im feuchten Klee;
so liebt ich dich noch nie zuvor!

So hab ich es noch nie gewußt,
so oft ich deinen Hals umschloß
und blind dein Innerstes genoß,
warum du so aus banger Brust
aufstöhnest, wenn ich überfloß.

O jetzt, o hättest du gesehn,
wie dort das Glühwurmpärchen kroch!
Ich will nie wieder von dir gehen!
O kämst du doch!
Die Rosen leuchten immer noch.
Vertont von Jean Sibelius (1865-1957), "Aus banger Brust" , op. 50 no. 4 (1906).
Zeilen aus diesem Gedicht werden bei Joseph Maria Lutz: Der unsterbliche Lenz mehrmals zitiert.

Richard Dehmel
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 11.12.2004