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Lilies
Sarah Norcliffe Cleghorn: "Behold the Lilies"
Text und Erläuterungen (4. Februar 1876 Norfolk, Virginia – 4. April 1959 Philadelphia) – cleghorn Autorin Cleghorn
cleghorn Hintergrund aus dem Neuen Testament

Behold the Lilies
Drowsy weather, eleven o'clock;
    Tall white daisies blow in the sun,
And dust blew lightly on Martha's frock;
    (Morning Service must have begun).

The anthem sounded along the street;
    Winds breathed up from the fresh-cut hay.
She lingered a little: the fields are sweet,
    They toil not, neither do they pray.
Aus: Philistine 1896; Philistine: "a Periodical of Protest", New York, 1895-1903, Monatsmagazin
Im Mittelalter wurde die Erzählung aus Lukas 10,38-42 (cleghorn Hintergrund) zu einem Gegensatz, einer Polarität, zwischen Martha und Maria ausgearbeitet. 
Martha: aktives Leben, dienend Maria: kontemplatives Leben, zuhörend
Der Clou von Lukas 10,38-42 ist nun, dass Jesus meint:
  1. Nur eines (von beiden) ist notwendig.
  2. Und das ist der von Maria ausgeübte Teil.
Martha ist in Behold the Lilies (Betrachtet die Lilien) auf der Strasse oder auf dem Feld. Die genaue Zeitangabe spricht eher für die Strasse nahe dem Kirchturm. Der Staub weht an ihren Rock. Ich vermute: Maria sitzt in der gleichzeitig stattfindenden Messfeier in der Kirche, hört zu und betet. Ihr Sonntagskleid bleibt sauber. Während Martha am Leben teilnimmt, sich dreckig macht, den Duft der Arbeit schnuppert ("fresh-cut hay"), sitzt Maria im Betstuhl. Jesus zieht sowohl in Lk 10,38-42 als auch in Mt 6,26-29 eindeutig das Kontemplative vor. Dagegen gibt Cleghorn zu bedenken: die Felder kümmern sich nicht, das ist richtig (bei den Vögel ist das schon anders); doch sie beten auch nicht.
Die wichtigsten Begriffe hat Cleghorn in die Überschrift gebracht: die Lilien und ans Ende gestellt: sie beten nicht. Die Autorin stellt damit die Bevorzugung der andächtigen Vertiefung auf den Prüfstand.
Das Bild aus Mt 6,26-29 ist schief. Tiere und Pflanzen sind keinesfalls dem Typ "Maria" zuzuordnen; zumindest die Vögel fallen eindeutig in den Typ "Martha". Ihr ganzes Leben müssen sich die Vögel um ihr Überleben kümmern und sorgen. Sie "sammeln" selbstverständlich auch: in guter Zeit fressen sie sich ein Polster für den Winter an oder sie fliegen vorsorglich in klimatisch günstigere Regionen.
Nicht klar ist mir die zweite Zeile des Gedichts: "Tall white daisies blow in the sun". Sind das bewegte Gänseblümchen auf dem Feld? Oder fliegen sie im Wind? Auffällig ist, daß
  • es sich im Gedicht um hohe Blumen handelt: Gänseblümchen wachsen niedrig;
  • hier die Sonne, als kostenlose Lebensspenderin dem Heu in der zweiten Strophe entspricht.
Das Heu wurde kraft der Sonne geerntet. Der Mensch, aber auch Tiere und Pflanzen, nutzen das Vorhandene (von Gott zur Verfügung gestellte ?), Sonne und Pflanzen, um ihr Überleben zu sichern. Daraus kann man folgern: stilles Zuhören, Nachdenken oder Beten reicht nicht aus; oder weitgehender: wer nur zuhört und nichts tut, erntet nichts; stilles Zuhören, Nachdenken oder Beten ist, wenn überhaupt nötig ("neither do they pray"), zweitranging.
Hintergrund
Neues Testament: Lukas 10,38-42
38 Auf der Wanderung kehrte er in einem Dorf ein. Eine Frau namens Martha nahm ihn in ihr Haus auf. 39 Sie hatte eine Schwester, genannt Maria, die setzte sich zu Füssen des Herrn und hörte seiner Rede zu. 40 Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Sie trat hinzu und sagte: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mir ganz allein die Bedienung überläßt? Sag ihr doch, sie solle mir helfen.“ 41 Der Herr antwortete ihr: „Martha, Martha, du sorgst und kümmerst dich um gar viele Dinge. 42 Nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Anteil ausgewählt. Der soll ihr nicht weggenommen werden.“
Predigten und Anmerkungen zu Lukas 10,38–42:
cleghornAndreas Egli www.predigt.netcleghornChrischona Gemeinde EichstettencleghornEv.-Luth. Domgemeinde St. Marien FreibergJakob Vetsch, ZürichcleghornMaria und Martha Lukas 10.38-42cleghornHermann Rohde: Mary meets Martha
Neues Testament: Matthäus 6,26-29
26 Schaut die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann mit seinen Sorgen seine Lebenslänge auch nur um eine Elle verlängern? 28 Und warum sorget ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. 29 Aber ich sage euch: selbst Salomo in aller seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Predigten und Anmerkungen zu Matthäus 6,24-34
cleghornAndreas Egli www.predigt.netcleghornMartin LoewensteincleghornDr. Dölf Weder: Evang.-ref. Kirchgemeinde

lilies
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 2.5.2005