| Percy
Bysshe Shelley: Ozymandias 4.8. 1792 Field Place (bei Horsham, County West Sussex) 8.7. 1822 nahe Viareggio, Italien; bei einem Segelunfall ertrunken |
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I met a traveller from an antique land
Who saidTwo vast and trunkless legs of stone Stand in the desert ... Near them, on the sand, Half sunk, a shattered visage lies, whose frown, And wrinkled lip, and sneer of cold command Tell that its sculptor well those passions read Which yet survive, stamp'd on these lifeless things, The hand that mocked them, and the heart that fed; And on the pedestal these words appear: My name is Ozymandias, king of kings: Look on my works, ye Mighty, and despair! Nothing beside remains. Round the decay Of that colossal wreck, boundless and bare The lone and level sands stretch far away. |
| Anmerkungen | ||
| Ozymandias: Osymandias, griechischer Name für
den ägyptischen König Ramses II.
(1290-1224 oder 1279-1213 v.Chr.), wie er von Diodor (griechisch Diodoros), einem griechischen
Historiker des 1.Jahrhunderts v.Chr. aus Sizilien, in »Historische
Bibliothek«, Geschichte des Altertums bis 54 v.Chr., erwähnte wurde.
Beim Gedichttitel scheiden sich die Ausgaben. Meist heißt es wie in
Shelleys Handschrift: "Ozymandias"; in meinem Schulbuch A Treasury of
English and American Verse, Frankfurt am Main 1967, auch bei bartleby.com
wird "Ozymandias of Egypt" angegeben. Zeile 8: "them" bezieht sich auf die "passions" in Zeile 6. Zeile 10-11: steht in manchen Ausgaben in Anführungszeichen; nicht so in Shelleys Handschrift. |
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| Interpretation | ||
| Das Sonett (Gedichtform aus 14 meist
fünfhebigen jambischen Versen, die in zwei vier- [Quartette] und zwei
dreizeiligen [Terzette] Strophen gegliedert sind) "Ozymandias" schrieb Shelley
im Wettbewerb mit Horace Smith (1779-1849)
um1817 ( Das Hauptthema ist klar herausgearbeitet: das Verschwinden der Bedeutung (einer Person) über die Zeit. Einen ähnlichen Ansatz hat Justinus Kerner in "Zwei Särge" ( Bemerkenswert scheint, dass die Figur des Ozymandias in drei Teile zerfiel: die zwei Füße stehen noch, dagegen ist der Hauptteil, Ozymandias' Gesicht, zerfallen und halb versunken. Obwohl Shelley von der üblichen Reimform des Sonetts (abba, abba, cde, cde) abweicht, ist "Ozymandias" ein perfektes Gedicht. Durch den sofort genannten Ich-Erzähler gewinnt es an Authentizität, wird aber wiederum durch die Stationen Erzähler Reisender Bildhauer König relativiert. Zu Beginn häuft Shelley die "a"-Laute, sie deuten die Weite der Wüste an und er unterbricht das durch das harte "k" in "trunkless" [2]. Dieser Konsonant taucht oft in Zusammenhang mit der Statue auf: "sunk", "wrinkled", "cold command", "sculptor", "king of kings", "decay", "colossal wreck". Lautmalerisch wird der Zerfall mit "shatter'd" und "sneer" gekennzeichnet. Man fühlt, dass hier mehr als drei Teile herumliegen; man ahnt, dass man nichts mehr erkennen kann. Doch dem widerspricht Shelley: genau die Wiedergabe der Leidenschaften hat auf den leblosen Dingen überlebt. Das Leben Ozymandias ist lange zuende, aber jeder Besucher (das Ramses-Museum gibt es noch nahe Luxor am Nil immer noch) kann sehen, was mit dem mächtigen König der Könige passierte und übrigblieb: die einsamen, glatten Sände (Plural) strecken sich weit weg. Mit dieser großartigen Zeile und der Letztbetonung auf "far away" endet das geniale Gedicht. Mysteriös und überlegensbedürftig ist die Zeile 8:
Großartig finde ich die schroffe Gegenübersetzung von
So gesehen kann man König und Bildhauer wohl auf Menschheit und Schöpfer übertragen. "Ozymandias" enthält auch einen Trost an diejenigen, die unter Tyrannei leben, oder profaner täglich den Prunk und Protz der Mächtigen und Beliebten sehen: in einigen Jahrhunderten wird man noch von Shakespeare (Shelley?) und Mozart reden (dazu siehe nun wirklich: Justinus Kerner: "Zwei Särge", |
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| Links | ||
Vergleiche: |
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| Literatur |
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| Percy Bysshe Shelley: The Major
Works. Oxford: Oxford University Press 2003. Broschiert, 845 Seiten
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| Percy Bysshe Shelley: Shelley:
Poems. Everyman's Library 1993. Gebunden, 256 Seiten
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