| Donald Goines: Daddy Cool Holloway House, 2000. 223 Seiten |
| Wie sein Leben verlief ( Larry Jackson, aka Daddy Cool, wohnt in einer geräumigen Anwesen im schwarzen Viertel Detroits. Er ist Auftragskiller und an Geld mangelt es ihm nicht. Er beurteilt seine Umgebung nach archaischen, biblischen Grundsätzen. "...as long as you live under this goddamn roof, ..." (23); " »Not as long as she keeps her young ass in my house,« Daddy Cool stated harshly" (26); "The damage had been done, and now it was payback time" (177). Sein Name wird dadurch verstärkt, daß ihm obendrein noch oft die Eigenschaft "cool" explizit zugeschrieben wird. Wenn er überhaupt zu jemand eine emotionale Beziehung hat so sind es seine Ganovenkollegen Big Earl und Big Jack und seine Tochter Janet, für die er alles Gute tun wollte. Das Gute besteht in einem exklusivem Geschenk oder gleich in einer größeren Dollargabe. "Money or gifts were always the result. He believed he could pay for anything" (59). Ein grausig schönes Bild beschwört Goines nachdem Daddy Cool einen tödlichen Auftrag erledigt hat und in der Dunkelheit sein Auto aufsucht. Seinen Weg kreuzt eine Katze auf nächtlicher Beutesuche. "The two messengers of death passed each other, each involved in his own pursuit of destruction" (110). Ja, die Menschen sind in Daddy Cool gefühllose Auotmaten, die ihrem Instinkt und den eisernen Gesetzen der Natur folgen. Auffallend ist seine enorme Frauenverachtung, die anhand vieler Beispiele belegt werden kann. Zum Ende läßt er sich eine Groteske entgehen, wohl auch, weil er mit Daddy Cool anderes vorhat: Daddy Cools Stiefsohn Buddy sucht mit erbeuten $25.000 das Weite, "putting as many miles between him and death as he possibly could" (184). Der Tod droht ihm von seinem eigenen Stiefvater. Ein besonderer Gag wäre gewesen, wenn Buddy sich als Fluchtziel die Bahamas ausgesucht hätte: dazu hatte Daddy Cool bereits das Ticket geordert, natürlich ohne sein Weib, der er sowieso nur "a bird's brain" (171) zugesteht. Goines gibt seinen Protagonisten nur kurze Momente der Reflexion. "Where had he gone wrong? The question bugged him. Somewhere down the line he must have made a hell of a mistake" (171). Meist braucht es kein Überlegen, denn "[m]en lived by certain codes and, when they were violated, a man had to make a stand" (177). Der Leser bezweifelt, ob die Frage Daddy Cool wirklich belästigt. Nur selten sucht er den Fehler bei sich. Selbst wo er dies macht, ist es nur scheinbar als er in L.A. überfallen wird : in Wirklichkeit ist seine Tochter schuld; man liest es unterschwellig aus Daddy Cools Gedanken. "He still had a tendency to brood over his daughter, Janet, even though he realized that was the cause of his being hurt. If he had kept his mind clear, nothing would have happened to him" (104). Daddy Cool ist leicht zu lesen. Der Satzbau ist einfach, die Wortwahl zwar auf unterem Niveau aber nicht zu umfangreich. Das Verhalten seiner Gestalten ist nicht immer überzeugend oder konsistent.
|
| Goines, Donald. Daddy Cool. Holloway House,
2000. 223 Seiten |
![]() |
Donald Goines 1937 Detroit, Michigan 21. Okt. 1974 Highland Park, Michigan, Pseudonym: Al C. Clark |
|
| The Rays: Silhouettes b/w Daddy Cool, XYZ 102, 1957; re-release:
Cameo 117, 1957. #3 Chart Position Coverversion: The Diamonds: Silhouettes b/w Daddy Cool, Mercury 71197, 1957. #8 Chart Position |
|