| Iwan
Turgenjew: Väter
und Söhne [Otcy i Deti] Berlin: Aufbau 1986. 238 Seiten. Harry Burck, Übs. Nachwort: Klaus Dornacher |
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| Mit Arkadij und
Basarow, zwei jungen Intellektuellen, unternimmt der
Leser eine Reise an verschiedene Stationen des russischen Hinterlands:
zu den Familien der beiden, zu zwei Bekannten. Nach Romantitel und-
ruhm könnte man nun einen Generationenkonflikt vermuten. Doch
das ist es, wenn überhaupt, nur auf zwei Umwegen. • Thematisiert wird der Konflikt zwischen dem neuen russischen Menschen, der die Adelsherrschaft endgültig abschütteln will und der Tradition. Basrow hat gerade sein Medizinstudium beendet und will keine Autorität anerkennen. Er bezeichnet sich selbst als Nihilist, der alles ablehnt. Arkadij ist von seinen Ideen angetan und wird sein Anhänger. Die revolutionären Ideen stehen gegen den Adel, auch wenn dieser sich liberal gibt, wie Nikolai, Arkadijs Vater, und Arkadijs Onkel Pawel. Etwa um Erscheinen des Romans wurde die Leibeigenschaft abgeschafft (1861), den Bauern ging es aber kaum besser. • Der zweite Konflikt besteht zwischen den aufmüpfigen Bauern und den Gutsherren. Die Bauern nennen die Herren zwar Väter: "Ihr seid ja unsere Väter" (S. 198), wollen sie aber auf vielerlei Arten austricksen. Basarow beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen (physiologischen) Experimenten. Mitte des 19. Jhdts. wird die Wissenschaftgläubigkeit verstärkt, der einzelne Mensch zählt bei Basarow wenig: "Menschen sind wie Bäumer im Wald; kein Botaniker wird sich mit jeder Birke einzeln befassen" (S. 90). Andrerseits ist er im Innern doch noch Romantiker (S. 98). Turgenjew lässt ihn am Ende scheitern, aber nur aufgrund eines winzigen Zufalls. Dagegen ist die alte Garde Nikolai und Pawel den neuen Herausforderungen nicht gewachsen. Mit dem landwirtschaftlichen Gut, das sie gemeinsam leiten, geht es bergab. Viele Missgeschicke mit dem Betrieb zählt Turgenjew ausführlich auf (S. 148-149); mich erinnerten sie an den Farmer in Hank Williams: "Everything's Okay", mit der am Ende jeder Strophe wiederholten Versicherung: "But – we're still a-livin'– so everything's okay" ( Hervorragend gelingt es Turgenjew (man hat den Eindruck: so nebenbei) die einzelnen Charaktere zu schildern. Obwohl der Roman keine durchgehende Handlungsspannung aufweist, bangt man mit dem Schicksal der Hauptpersonen und ihrer Familien. Aussergewöhnlich guter Roman |
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| Anmerkungen Die Aufbau-Ausgabe hat zwar fünf löbliche Seiten Anmerkungen, einiges ist aber ergänzungsbedürftig. |
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| Leibeigenschaft bäuerliche Unfreiheit in persönlicher Abhängigkeit vom Leibherrn; bestand in Europa seit dem 9.Jahrhundert, in Russland ab 1601. Zar Alexander II. schaffte die Leibeigenschaft 1861 ab. |
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| Sybariten Ländliche Bewohner, die es sich gut gehen lassen; der Ausdruck geht auf die Sybaris zurück, eine Ende des 8.Jahrhunderts v.Chr. gegründete griechische Ackerbaukolonie in Süditalien. Sybaritismus: Genusssucht, Schlemmerei, Schwelgerei. |
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Väter
und Söhne wurde in die
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| Vergleichsliteratur | ||
| Links | ||
| Iwan
Turgenjew: |
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| Literatur | ||
| Baumgart,
Reinhard: "Iwan
Turgenjew. Väter und Söhne". In: Fritz J. Raddatz,
Hg.: ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher.
Frankfurt 1980. S. 273-277; Günther, Hans: "Otcy i Deti". In: KindlersLiteraturlexikon. München 1986. S. 7074. |
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| Ivan S.
Turgenjew: Väter
und Söhne. Berlin: Aufbau, 2001 |
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| Ivan S.
Turgenjew: Väter
und Söhne. Frankfurt: Insel. Broschiert. Insel Tb.64
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| Nicht
verwechseln mit: Josephine Evetts-Secker, Helen Cann: Väter und Söhne. Märchen aus aller Welt. Stuttgart: Urachhaus 1999. Ernest Hemingway: Väter und Söhne. München: Dtv, 1980. Thomas Karlauf, Katharina Raabe: Väter und Söhne. Zwölf biographische Porträts. Berlin: Rowohlt, 1996. Bernhard Sinkel: Väter und Söhne. Bodenheim: Athenaeum, 1986. Wolfgang Stadler: Väter und Söhne. Freiburg: Herder 1954. Martin Stallmann: Väter und Söhne. Furche 1957. |
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