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Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen
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Im Vorwort vom 17. September 1844 zum Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen stellt Heine die später gegen ihn erhobenen Vorwürfe als Vaterlandsschmäher und Nestbeschmutzer klar:
"Pflanzt die schwarz-rot-goldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschtums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben."
Heine schildert im Wintermärchen poetsich seine eigene Deutschlandreise des Jahres 1843 von Paris über Aachen – Köln – Teutoburger Wald – Minden – Hannover nach Hamburg. Dort traf er seinen Verleger Julius Campe (1792–1867) und Verwandte. Es war ein Jahr nach dem verherrenden Brand vom Mai 1842 in Hamburg, bei dem auch Heines Mutter ihre Wohnung verloren hatte.
Wintermärchen ist respektlos, satirisch, manche mein(t)en beleidigend. Es steckt voll lokaler und zeitbezogener Bilder, namen und Anspielungen, doch hat es auch heute noch aufklärerische Kraft und politische Sprengwirkung.
Allerdings muss man vorsichtig sein, wenn jemand das Himmelreich auf Erden zu errichten verspricht, wenn man ihm nur nachfolge. Doch Heine schreibt im Kapitel 1 in der Wir-Form: "Wir wollen hier auf Erden schon / Das Himmelreich errichten". Er stösst damit all jenen vor den Kopf, die die Mitmenschen auf das Himmelreich im Jenseits vertrösten. Denen gibt Heine ein paar Zeilen später eine klare Absage: "Den Himmel überlassen wir / Den Engeln und den Spatzen".
Die Verse sehen alle kinderleicht aus, grenzen wie immer bei Heine ans Volksliedhafte und entbehren trotzdem nicht des Schliffs und der Kanten (die Heine als Nichtkönnen ausgelegt wurden).
Heine hatte oft und besonders mit dem Wintermärchen Ärger mit den Zensoren. Weiter in den Osten Deutschlands als Hamburg konnte er nicht fahren, da er sofort verhaftet worden wäre. So kann das Werk dazu dienen heute über Wintermärchen wurde von der Kritik als radikal revolutionär, antinational, ketzerisch und plumb gereimt verteufelt. Deshalb erfreut heute das Herz das Gedicht des österreichischen Schriftstellers Eduard von Bauernfeld, der eher auf Seiten Heines gestanden ist.
Ob du der alte Heine bist?
Ich wüßt’ es nicht zu entscheiden;
Doch sicher ist’s: Du bist immer neu –
Das mag ich eben leiden.

Die Träne rollt dir noch vom Aug’,
Und wie in früheren Zeiten;
Du hast die alte Grazie,
Und Kraft und Lust zu streiten.

Und wenn du über Deutschland schimpfst,
So kommt’s dir aus dem Herzen;
Ach, was wir lieben, das macht uns ja
Die ungeheuersten Schmerzen
Eduard von Bauernfeld (13.1.1802 Wien – 9.8.1890 Wien)
Kritiker des eigenen Landes sind meist keine Vaterlandsschmäher. Heinrich Heine nimmt ab, was er im Dezember 1843 an seinen Verleger Julius Campe schrieb: »Wie ungern ich von Hamburg diesmal abreiste, davon haben Sie keinen Begriff! Eine große Vorliebe für Deutschland grassiert in meinem Herzen, sie ist unheilbar.«
Deutschland. Ein Wintermärchen ist auch heute lesenwert, da nationalistische und zensorische Bestrebungen überall durchsetzbar sind und durchgesetzt werden.
Links
HeineDas Heinrich-Heine-Portal
HeineText online
HeineHeinrich Heine (1797 - 1856), bibliotheca Augustana
HeineHBS - Hamburger Bildungsserver sehr zu empfehlen! mit Erläuterungen zum Heine-Text
HeineLehrer-Online: Heinrich Heine, "Deutschland, ein Wintermärchen"
HeineDieter Wunderlich
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Literatur
Wolf Biermann: "Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen". In: Fritz J. Raddatz, Hg.: ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher. Frankfurt 1980. S. 220-223; Heine Übersicht ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher
Kindlers Literatur Lexikon S. 2595-2596
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heine heineHeinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen. München: Dtv, 1997. Broschiert, 143 Seiten heine
Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen. Anaconda 2005. Gebunden, 80 Seiten heine
Heine HeineHeinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen. Ditzingen: Reclam, 2005. Bilder von Hans Traxler. Gebunden, 143 Seiten heine
Wolfgang Kröger: Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen. Lektüreschlüssel. Ditzingen: Reclam, 2003. Broschiert, 78 Seiten Heine
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