Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Lopez Hank
Hank Lopez: Afro-6
New York: Dell, 1969. 227 Seiten
lopez Autorlopez Glossar zu Afro-6lopez Lawrence Ratzkinlopez Malcolm Xlopez Songs
Dem Roman Afro-6 stellte der unbekannte Autor Hank Lopez einen Abschnitt aus der Autobiografie von Malcolm X voran. Diese erschien zum ersten Mal genau ein Jahr vor Afro-6. Dort wird das Thema des Romans – die Auflehnung der schwarzen Bevölkerung gegen die anhaltende weiße Unterdrückung – angeschlagen. Afro-6 beschreibt allerdings einen etwas anderer Aufstand als die blutigen Schlachten in amerikanischen Großstädten in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es geht um einen gewaltigen Coup in den Metropolen der USA, hier hauptsächlich von der Eroberung Manhattans handelnd. In einem tagebuchartigen Report schreibt der Beteiligte Juan Rios: "The long hot summer will be over by then, and we figure whitey will be relaxed and maybe a little careless in cool October. Cool October 1. At six P.M. sharp" (S.13). Mit diesem Katapult schießt Lopez den Leser in die oberste Kommandozentrale und macht ihn sogleich mit dem Komplott vertraut. Der Kopf der Hierarchie besteht neben dem "Professor" aus dreißig Leuten, die in fünf Gruppen mit verschiedenen Aufgaben eingeteilt sind. Gewalt ist verpönt. "It's an attack against the system. Not the people" (S. 112). Viele der oberen Lenkungsschicht haben eine akademische Ausbildung. Doch je mehr der Leser Bescheid weiß, desto mehr zweifelt sie/er daran, daß der Plan Afro-6 gelingen wird. Die logistischen Probleme werden glatt unterschätzt. Ein Teilplan war einen U-Bahn-Zug zu kidnappen.
"We aren't asking for cash ransoms; we're asking for food and clothing with a value equipvalent to ten percent of the net worth of each kidnappee. If his personal assets are a million dollars, his family will send us one hundred thousand dollars' worth of food and clothing. They'll be instructed to load it in large trucks or moving vans, which we will allow to enter Manhattan through the Lincoln or Holland tunner. But we haven't yet decided how to get the trucks up to Harlem if the New York Police Department manages to gain control of the midtown area." (S.98)
Die Aktion soll vor allem das Eigentum der Weißen trefen. Die Afro-Amerikaner verlangen das, was ihnen seit ihrer Zwangsimmigration vorenthalten wurde: Nahrung und Kleidung. Ein paar Tote werden in Kauf genommen.
"And we'll probably have to kill or injure a few people, because whitey's going to fight like hell when he sees his property being destroyed. That's his main concern: his property. You can mess with his wife, but never trepass on his property." (S.112)
Das gut getarnte gigantische Unternehmen übersteht einige Komplikationen, findet statt und scheitert letztlich. Die Organisatoren des Coups bleiben unentdeckt, doch Rios' Aufzeichnungen fallen den Weißen in die Hände ...
Der Autor schiebt zwischen die Berichten Rios' – in Ich-Form – Kapitel aus der Sicht jeweils einer anderen Hauptperson ein; wahrt dort aber, durch Beibehaltung der Er-Form den Abstand.
Hank Lopez verwendet Denkfiguren, die einem Weißen, oder genauer, dem in der besseren Position Befindlichen, gut anstehen würden.
  • Keine Gewalt. Professor: "I'd rather bomb a bridge than slap a child" (S.111).
  • Exakte Planung, wie bei einem chirurgischen Eingriff, deutlich am Tabletten-Vorsorgelager für die gekidnappten Personen. Dieses Denkmuster wendeten die amerikanischen Militärs beim Golfkrieg an; das Einsatzgebiet war das "theater of operation" (Voice of America).
Sicher hat der Vietnam-Krieg den militärischen Plan im 1969 erschienenen Buch beeinflußt. Man glaubt auch etwas von den frühen James Bond Filmen zu entdecken. Acht von den 32 Kapiteln enden im Bett. Hier wiederum scheint Lopez zu viele Retortenkrimis von Mickey Spillane gelesen zu haben. Dessen Detektiv Mike Hammer belohnte Befragungen von Frauen grundsätzlich auf dem Bettlaken.
Für mich neu und für 1969 sicher bombastisch ist der intellektuelle Anspruch der "Black Power"-Elite. Insgesamt spannend zu lesen, doch für unsere Tage – trotz aller "Brain Power" – zu wenig durchdacht.
lopez Anfang
Glossar zu Afro-6
Hank Lopez Afro-6ACLU American Civil Liberties Union
lopez “Beat Me Daddy, Eight to the Bar”  
hank lopez Crane, Hart. *1899 Garrettsville, Ohio – Selbstmord 1932, by jumping from the deck of a steamship sailing back to New York from Mexico.
Näheres im Web: Hart CraneThe Academy of American PoetsHart CraneHart CraneHart CraneHart Crane and The BridgeHart CraneOn "Proem: To Brooklyn Bridge"Hart CraneTo Brooklyn Bridge (1930)
hank lopez DMZ demilitarized zone
lopez “Moon Over Miami”  
hank lopez Moore, Marianne *15. November 1887 nahe St. Louis, Missouri – 1972, New York City. National Book Award, Pulitzer Prize.
Näheres im Web: Marianne MooreThe Academy of American PoetsMarianne MooreEarly Twentieth Century - Marianne MooreMarianne MooreMarianne Moore SocietyMarianne MooreModern American Poetry
Hank Lopez Afro-6NAACP National Association for the Advancement of Colored People
hank lopez Ratzkin, Lawrence Umschlagdesigner für Afro-6. Photograph und Designer. Mitbegründer der GASP (Graphic Artists for Self-Preservation). lopez Beispiele
hank lopez Robinson, Edwin Arlington (1869-1935) lopez Richard Corylopez “Springtime in the Rockies”
hank lopez Tagore, Rabindranath 1861 Kalkutta – 1941 Shantiniketan (West Bengal); indischer Dichter und Philosoph, 1913 Nobelpreis für Literatur. lopez Zitate
lopez Anfang
Vergleichsliteratur
Von einem Aufstand der Afroamerikaner 1831:
powers William Styron: The Confessions of Nat Turner
Der Autor
Informationen über Hank Lopez und/oder Afro-6 im Web grenzen an Null. Immerhin fand Afro-6 Aufnahme in Hank Lopez Afro-6A Bibliography of Viet Nam War Literature. Unser Hank Lopez ist jedenfalls nicht identisch mit Enrique Hank Lopez, von dem z.B. Conversations with Katherine Anne Porter: Refugee from Indian Creek geschrieben wurde.
The City of San José unterhält das Hank Lopez Community Center 1694 Adrian Way, San Jose 95122 (408) 251-3895. Ob es mit unserem Autor zu tun hat, werde ich überprüfen. 11.1.2002 und erhielt keine Antwort
Literatur
Hank Lopez Afro-6 vorne Hank Lopez Afro-6Hank Lopez. Afro-6. New York: Dell, 1969.
Cover: Lawrence Ratzkin
Afro-6 wurde anscheinend nicht ins Deutsche übersetzt. In US-Antiquariaten kann man es problemlos kaufen. Die Angebote laufen (Stand: 20.12.2001) von $ 9 bis $ 56. Suche am besten über die Antiquariatslinks in lopez Der sichere Weg zum Buch. Diesen Angeboten zufolge gab es nur eine Auflage 1969.
Hank Lopez Afro-6 hinten
Hank Lopez Afro-6Anfang
Beispiele von Büchern an denen Lawrence Ratzkin als Fotograf oder Coverdesigner mitwirkte
  • Clive Barnes. The New York of Inner City. Poems of Eve Merriam Provide Springboard. 1971
  • Terry Carr, ed. Universe 10. New York: Doubleday, 1980.
  • Philip K. Dick. Now Wait for Last Year. New York: Doubleday, 1966.
  • Ashe, Gordon (alias John Creasey). A Plague of Demons. New York: Holt, 1977.
  • Thomas N. Scortia, Frank M. Robinson. Blowout! Franklin Watts, 1987.
  • Kate Wilhelm. Justice for Some. St. Martin's, 1993.
Charles O. Jones,Christopher J. Kelaher, ed. Separate but Equal Branches: Congress and the Presidency. 1995. Paolo Soleri. The Omega Seed An Eschatological Hypothesis. Doubleday.
Lawrence Ratzkin Lawrence Ratzkin
Hank Lopez Afro-6Lawrence Ratzkin - Bibliography Summary
lopez Anfang
Malcolm X (Malcolm Little), amerikanischer Bürgerrechtler, *Omaha (Nebraska) 19.5. 1925, (ermordet) New York 21.2. 1965
Literatur zu Malcolm X. Bei amazon nachschauen durch Klick aufs Bild
Alex Haley. The Autobiography of Malcolm X. Penguin, (1968). Taschenbuch - 512 Seiten Malcolm X, Alex Harvey, Paul Gilroy. The Autobiography of Malcolm X. Penguin, 2001. 528 Seiten Malcolm X. The Autobiography of Malcolm X. Ballantine, 1989. 466 Seiten Malcolm X, Alex Haley. Die Autobiographie von Malcolm X. Harald-Kater, 1992. George Breitman. Malcolm X Speaks: Selected Speeches and Statements. Grove, 1990. 226 Seiten Ray Shepard. Autobiography of Malcolm X: Notes. Cliff Notes, 1973.
Malcolm X Malcolm X Malcolm X Malcolm X Malcolm X Malcolm X
lopez Anfang

Lopez Hank
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 7.8.2006