| Beqë Cufaj: Kosova. Rückkehr in ein
verwüstetes Land Wien: Zsolnay, 2000. Gebunden, 127 Seiten. Matthias Rüb: Vorwort, Joachim Röhm, Übs. |
| Spricht man vom unbekannten Europa, so
meint man meist Albanien und das angrenzende Kosovo (albanisch: Kosova). Mit
den Essays in Kosova kann man diese Kenntnislücke etwas
verringern. Zunächst fiel mir auf, dass den Autor eine Wut über die Friedensapostel im westlichen Lager treibt. Da mag man ihm die Schrecken über die serbischen Gräuel zugute halten. Er sorgt sich darum, dass das Kosovo, ob anderer Krisengebiete, vergessen wird. Diese Sorge ist nach dem 11. Sept. 2001 (über ein Jahr nach dem Erscheinen dieses Buchs) umso berechtigter. Und er ist im Zwiespalt mit der Gegenreaktion der Albaner, die sich an den Serben rächen. Er kann dies nicht befürworten, er will es aber auch nicht rigoros verurteilen. Am besten trifft Cufaj den Nerv des Lesers, wenn er vom Alltag im Kosovo erzählt. Dann erfährt man, wie das Leben und Zusammenleben im Kosovo abläuft. Es funktioniert nur dort, wo ausländische Hilfstruppen (Besatzer) es erzwingen. Aus dem Pulverfass Balkan wurde noch längst nicht jeder Zündstoff beseitigt. Sehr zu empfehlen für die Berichterstattung eines Insiders: Beqe Cufaj wurde 1970 im Kosovo geboren und ist in der Provinzhaupstadt Prishtina aufgewachsen. |
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